Über das Deutsche Tierärzteblatt

Das Deutsche Tierärzteblatt (DTBl.) ist die Zeitschrift der Bundestierärztekammer e. V. und ihrer Mitgliedsorganisationen. Alle approbierten Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland erhalten das DTBl.; der Bezugspreis ist mit dem Beitrag zur jeweiligen Landes-/Tierärztekammer abgegolten.

Inhaltlich stehen berufs- und standespolitische Themen im Fokus. Darüber hinaus bietet das DTBl. u. a. umfangreiche Informationen zu Fortbildungsangeboten für Tiermediziner und Tiermedizinische Fachangestellte. Es erscheint monatlich in einer verbreiteten Auflage von derzeit etwa 39.650 (ivw-geprüft) Exemplaren.

Deutsches Tierärzteblatt - warum ,,Grüner Heinrich"?

Fakten zur Geschichte und zum Spitznamen des tierärztlichen Standesblattes

von Helmut Scheunemann*

Am 1. Oktober 1953 erschien mit 16 Seiten, also noch sehr „schmalbrüstig", das erste Heft des ersten Nachkriegsjahrganges des Deutschen Tierärzteblattes als „Mitteilungsblatt der Arbeitsgemeinschaft der westdeutschen Tierärztekammern und Amtsblatt der Tierärztekammern der Länder" bei der Druckerei Fritz Eberlein, Hannover, die bereits von 1934 bis Kriegsende das Deutsche Tierärzteblatt verlegt hatte.

Die Anregung dazu gab der Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft der westdeutschen Tierärztekammern und Präsident der Tierärztekammer Niedersachsen, Dr. Heinrich Geddert. Und so beschloss die AG auf einer Arbeitstagung im Jahre 1953 in Hannover, die Herausgabe dieses Deutschen Tierärzteblattes als fachbezogenes berufspolitisches Organ und Amtsblatt der Tierärztekammern.

Die Auflage betrug damals 5600 Exemplare - heute sind es rund 33500**. Nach wie vor ist der Bezugspreis dieses monatlich erscheinenden standespolitischen Zentralblattes für jede Tierärztin und jeden Tierarzt mit dem Beitrag zur jeweiligen Tierärztekammer abgegolten.

Nach der im Jahre 1954 erfolgten Gründung der Deutschen Tierärzteschaft, der jetzigen Bundestierärztekammer, erschien das Deutsche Tierärzteblatt als „Mitteilungsblatt der Deutschen Tierärzteschaft", jetzt als „Zeitschrift der Bundestierärztekammer“.

Die Bayerische Landestierärztekammer stellte Ende 1968 das Erscheinen ihres bis dahin in hellblauem Umschlag gesondert herausgegebenen Bayerischen Tierärzteblattes ein, sodass es seit 1969 nur noch ein Deutsches Tierärzteblatt als Zeitschrift für alle Mitgliedsorganisationen der BTK gibt.

1974 wechselte das Tierärzteblatt auf Grund jahrelanger Beschwerden über die mangelhafte Zustellung den Verleger: die Schlütersche GmbH & Co. KG***, Verlag und Druckerei Hannover, übernahm fortan technische Herstellung, Anzeigenverwaltung und Vertrieb.

Warum also der Spitzname?

Der Initiator der (Wieder-)Gründung des Deutschen Tierärzteblattes, Dr. Heinrich Geddert, übernahm von 1953 bis 1961 auch die Redaktion unter Mithilfe des Büros der Tierärztekammer Niedersachsen. Von Anfang an erhielt das Deutsche Tierärzteblatt einen grünen Einband. Es ist nicht überliefert, ob dies als Zeichen der Verbundenheit mit der „Grünen Front“ - der Landwirtschaft - oder aus anderen, nicht mehr bekannten (farbtechnischen?) Gründen geschah. Jedenfalls wird das Deutsche Tierärzteblatt bis heute im Fachjargon liebevoll-spöttisch „Grüner Heinrich" nach der Farbe seines Äußeren und dem Vornamen seines ersten Schriftleiters genannt. Diese Bezeichnung hat also mit Gottfried Kellers „Der Grüne Heinrich" nichts zu tun; in diesem Roman musste der Titelheld Heinrich Lee die grünen Anzüge seines Vaters auftragen.

Inzwischen hat das zarte Lindgrün der Umschlagfarbe der ersten Jahrgänge einige Metamorphosen durchgemacht: Es wurden dunklere, kräftigere Grüntöne gewählt. Die Titelseite wird schon lange nicht mehr zum Abdruck des Inhaltsverzeichnisses verwendet, sondern „nutzbringender" für Firmenanzeigen. Das Grün schrumpfte bis auf geringe Reste im Titelblatt-Layout zusammen - geblieben ist über 50 Jahre lang das Grün des Deutschen Tierärzteblattes, des „Grünen Heinrich“.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 10/2003 Seite1052 des Deutschen Tierärzteblatts.

* Prof. Dr. Helmut Scheunemann war von 1988 bis 1991 Präsident der BTK, danach Ehrenpräsident der Bundestierärztekammer e. V. und seit 1992 Träger des Ehrenzeichens der BTK (Robert-von-Ostertag-Plakette). Er verstarb im Februar 2006.

** verbreitete Auflage Stand 2015: 39650 Exemplare

*** heute Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG