Zukunftskommission Landwirtschaft ohne Tierärzte!

Die Zusammensetzung der Zukunftskommission Landwirtschaft stößt auf Kritik: Die agrarpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Tierärztin Dr. Kirsten Tackmann, monierte, dass weder der tierärztliche Berufsstand noch eine tierärztliche Wissenschaftseinrichtung in der Kommission vertreten sei.

Gemeinsamer Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Aus ihrer Sicht dokumentiere dies „entweder Unwissenheit oder Ignoranz gegenüber den Problemen in der Tierhaltung – oder beides“. Zur Bewältigung von Bedrohungen z. B. durch zoonosebedingte Pandemien oder die vor der Tür stehende Afrikanische Schweinepest (ASP) werde tierärztlicher Sachverstand dringend benötigt. Außerdem sei inzwischen breit anerkannt, dass der One-Health-Ansatz zwingend zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft gehöre. Die Tierärzteschaft lediglich als externen Sachverstand in die Arbeit einzubeziehen, sei „ein Schlag ins Gesicht aller, die sich tagtäglich fachkompetent für mehr Tiergesundheit, besseren Tierschutz, gesundheitlichen Verbraucherschutz oder eine Reduzierung der Resistenzrisiken bei Antibiotika einsetzen“. Die Angeordnete erwartet von der Bundesregierung, dass sie ihre Entscheidung korrigiert.

Mit einem gemeinsamen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner äußerten auch die Bundestierärztekammer (BTK), der Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT), die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG), die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) sowie der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) ihr Befremden über die Besetzung der Zukunftskommission Landwirtschaft.

 

Entnommen aus DTBl 8/2019