Projekt „Nationales Tierwohl-Monitoring“ schafft Grundlagen zur Datenerfassung

Wie steht es um das Tierwohl in der Landwirtschaft?

Abb. 1: Das NaTiMon-Projektteam zu Projektbeginn im Frühjahr 2019 | © KTBL

Wie ist das Tierwohl während Haltung, Transport und Schlachtung von Tieren in der Landwirtschaft und Aquakultur in Deutschland und wie ist dies objektiv zu erheben? Das Thema Tierwohl auf landwirtschaftlichen Betrieben und in der Aquakultur hat in den letzten Jahren eine steigende Aufmerksamkeit erlangt [1,  2,  3]. Seit 2014 sind Tierhalter1 zur Erhebung von Tierschutzindikatoren auf ihren Betrieben verpflichtet [4]. Viele wissenschaftliche und gesellschaftliche Gremien, z. B. die sog. Borchert-Kommission, fordern seit einigen Jahren ein Tierwohl-Monitoring [5,  6,  7,  8,  9], doch bislang existiert keine fundierte Datenbasis für eine Berichterstattung über den Status quo und die Entwicklung des Tierwohls in Deutschland. Ein solches Monitoring ist auch Ziel des Modul 1 der Nutztierstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) [10], sodass im Frühjahr 2019 das Projekt „Nationales Tierwohl-Monitoring“ (NaTiMon) startete (Abb. 1).

Ziel des Projekts Nationales Tierwohl-Monitoring

Ziel ist es, die Grundlagen für eine regelmäßige Datenerfassung zum Zustand des Tierwohls der in Deutschland landwirtschaftlich genutzten Tiere zu schaffen. Für Rinder, Schweine, Hühner, Puten, Schafe und Ziegen sowie Regenbogenforellen und Karpfen in Aquakultur sollen dafür geeignete Indikatoren identifiziert werden. Hierdurch erhalten Tierhalter sowie Transport- und Schlachtunternehmer die Möglichkeit eines Benchmarkings auf ihren Betrieben, die Gesellschaft kann sich ein Bild über das Wohl von Tieren in der Landwirtschaft machen und die Politik erhält eine belastbare Datenbasis als Grundlage für politische Entscheidungen. Dabei ist es nicht Ziel, ein neues Label oder Orientierungswerte für die Indikatoren zu erarbeiten, sondern eine objektive Darstellung des Ist-Zustands des Tierwohls.

 

Entnommen aus DTBl 7/2021