West-Nil-Virus in Deutschland angekommen

Das v. a. für Greifvögel gefährliche, aber auch auf den Menschen übertragbare West-Nil-Virus (WNV) ist endgültig in Deutschland angekommen.

West-Nil-Virus | Public Domain

Nachdem der Erreger Ende August bei einem verendeten Bartkauz aus Halle festgestellt wurde, haben Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) mehr als zehn weitere positive WNV-Nachweise bei Vögeln aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Berlin, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ergeben. Bisher ist eine WNV-Infektion bei einem Pferd in Brandenburg bekannt. In Bayern hat sich nun auch ein Tierarzt wahrscheinlich durch die ungeschützte Untersuchung eines ebenfalls eingegangenen Bartkauzes selbst mit dem West-Nil-Virus angesteckt. Mittlerweile ist der Mann wieder genesen. Es sei die erste bekannte Übertragung des West-Nil-Virus auf einen Menschen innerhalb Deutschlands, berichtet das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen. Jagdverband und Falkenorden weisen deshalb darauf hin, dass aufgefundene Vogelkadaver bei unklarer Todesursache nur mit Handschuhen angefasst, in Plastiktüten auslaufsicher verpackt und an die zuständigen Veterinäruntersuchungsämter weitergeleitet werden sollten. Da es sich beim WNV um eine anzeigepflichtige Tierseuche handelt, müssen bereits bei Verdachtsfällen die Veterinärbehörden informiert werden. Tot aufgefundene Wildvögel könnten auch per App an das Tierfundkataster des Deutschen Jagdverbands (DJV) übermittelt werden. Greifvögel und Eulen, Rabenvögel wie Krähen oder Elstern und Gänse zählen laut DJV zu den besonders betroffenen Vogelgruppen.

 

Entnommen aus DTBl 11/2018