Studienergebnisse belegen digitale Kluft und Nachholbedarf

Wer die Zukunft gestalten will, muss heute agieren – ein Aufruf

Die Digitalisierung ist nicht erst seit dem Ausbruch der Coronapandemie ein prägender Bestandteil der gesellschaftlichen Entwicklung. Durch die Digitalisierung stehen neue Technologien zur Verfügung, mit denen Prozesse verändert und neue Geschäftsmodelle möglich werden. Die Digitalisierung modifiziert die Art zu kommunizieren und zu arbeiten. Dies ist eine inhärente Entwicklung, die keinesfalls verschlafen werden darf und ein Anstoß war, den Stand der Digitalisierung in der Veterinärmedizin mit einer Studie zu untersuchen. Die nun vorliegenden Studienergebnisse sind ein Weckruf, denn Tierärzte und tierärztlicher Nachwuchs sind nach eigenen Einschätzungen nur zum Teil auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet.

Abb. 1: Selbsteinschätzung digitaler Kompetenzen nach Arbeitsbereichen in der Veterinärmedizin. | © DZK

Im Auftrag und in Kooperation mit dem Dessauer Zukunftskreis (DZK)1 wurde eine Studie durchgeführt, die sich mit einer Befragung an die Tierärzteschaft, Tiermedizinische Fachangestellte, Studierende und Lehrende der Veterinärmedizin sowie an für die Veterinärmedizin relevante Akteure aus der Industrie und dem öffentlichen Dienst richtete. Mehr als die Hälfte der 685 Studienteilnehmer arbeiten in Tierarztpraxen bzw. Tierkliniken, ein Fünftel der Teilnehmer befanden sich im Studium bzw. in der Ausbildung.

Die explorative Ausgangsbasis des mehrstufigen Forschungsdesigns, das sowohl qualitative als auch quantitative Forschungsmethoden der Datenerhebung und -auswertung miteinander kombinierte, bildete ein Expertenworkshop des DZK. Dort wurden mithilfe der Delphi-Methode mit 20 Vertretern aus Praxis, Verbänden, Industrie und Lehre die Schlüsselfaktoren für eine Untersuchung des aktuellen Digitalisierungsgrades in der Veterinärmedizin definiert und direkt im Design der Online-befragung berücksichtigt.

 

Entnommen aus DTBl 10/2020