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Weltweite ASP-Maßnahmen

In Bulgarien haben laut nationalen Medienberichten die Vorarbeiten zur Errichtung eines etwa 133 km langen Schutzzaunes an der Grenze zu Rumänien begonnen. Mit diesem will das Land verhindern, dass mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierte Wildschweine auf das eigene Staatsgebiet vordringen.

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Bulgarien ist bisher von einem ASP-Ausbruch verschont geblieben, doch im Nachbarland Rumänien hat es dem Tierseuchenmeldesystem der Europäischen Union (ADNS) zufolge 2018 bereits mehr als 400 Nachweise der Tierseuche gegeben. Eine weitere Maßnahme zur Vermeidung einer ASP-Einschleppung ist die Einrichtung von Desinfektionsstellen an drei Grenzübergängen, an denen aus Rumänien kommende Fahrzeuge gereinigt würden.

In China ist erstmals ein ASP-Ausbruch in einer Nutzschweinehaltung festgestellt worden. Wie das Pekinger Landwirtschaftsministerium mitteilte, ist ein Schweinebetrieb nahe der Stadt Shenyang in der nordöstlichen Provinz Liaoning betroffen. Entdeckt wurde die Infektion auf einer Farm mit 383 Schweinen, nachdem dort 47 Tiere verendet seien. Das Ministerium machte keine Angaben darüber, wie das Virus in den Stall gelangt sein könnte, die üblichen seuchenprophylaktischen Maßnahmen wurden umgesetzt. Die Nachricht des ASP-Ausbruchs hat in China große Besorgnis ausgelöst, denn dort ist rund die Hälfte aller weltweit gehaltenen Nutzschweine beheimatet. Die Erzeuger wurden u. a. aufgerufen, zusätzliche Biosicherheitsmaßnamen einzuhalten.

In Polen setzt man im Kampf gegen die ASP auf eine zunehmende Professionalisierung der Schweinehalter. Polnische Landwirte sind hinsichtlich der Biosicherheit zu höchster Aufmerksamkeit aufgerufen und werden vor der Gefahr einer Einschleppung der Seuche durch verschmutztes Schuhwerk oder das Eindringen von Vögeln und anderen Tieren in die Ställe gewarnt. Unternehmern, die dies nicht sicher vermeiden können, wird geraten, die Produktion auch im Interesse der Nachbarbetriebe einzustellen. Nachholbedarf wird in Polen auch bei der Regulierung des Wildschweinbestands gesehen. Leiste der Jagdsektor nicht seinen Beitrag zur Beseitigung der ASP in Polen, drohten ernste Folgen für die heimische Fleischproduktion und den Lebensmittelmarkt.

Aus Angst vor vom Virus kontaminierten Feldfrüchten müssen Bauern in ASP-befallenen Gebieten in Rumänien gemäß einer aktuellen Verordnung des Landwirtschaftsministeriums ihr Erntegut auf den Feldern verbrennen oder auf andere Art isolieren. Nach Angaben der Nationalen Behörde für Veterinärmedizin und Lebensmittelsicherheit (ANSVSA) wurden bis Anfang August in 98 Ortschaften insgesamt 578 ASP-Ausbrüche registriert. Besonders betroffen seien Betriebe im Donaudelta und in der Nähe der ukrainischen Grenze. Der Handel mit Schweinefleisch leidet außerordentlich stark unter der Seuche. Aktuell sei der Handel mit Lebendschweinen und Schweinefleisch im ganzen Land mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. Handelsverbände prognostizieren, dass die rumänischen Verbraucher für bis zu 6 Monate ohne Schweinefleisch auskommen müssen.

 

Entnommen aus DTBl 9/2018