Welche Eintragungen haben Tierärzte im Equidenpass durchzuführen?

Im Wesentlichen werden durch den Tierarzt/die Tierärztin folgende Eintragungen im Equidenpass vorgenommen:

Der Equidenpass gilt als Urkunde.

  • das Signalement bei der Beantragung des Passes,

  • die Behandlungen mit bestimmten Arzneimitteln, wenn der Equide „zur Schlachtung für den menschlichen Verzehr bestimmt“ ist,

  • Sicherstellung durch Unterschrift, dass der Equide „nicht mehr zur Schlachtung für den menschlichen Verzehr bestimmt“ ist, bevor eine Behandlung mit Wirkstoffen erfolgt, die für Lebensmittel liefernde Tiere nicht zugelassen sind,

  • die durchgeführten Impfungen.

Behandlungen mit bestimmten Arzneimitteln: Equiden gelten in der EU grundsätzlich als Lebensmittel liefernde Tiere, sofern der Status nicht durch eine Erklärung in Abschnitt II Teil II des Equidenpasses unwiderruflich anders festgelegt wird. Der Tierarzt/die Tierärztin hat sich vor jeglicher Behandlung mit Stoffen, die nicht zur Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren zugelassen sind, über den Status im Equidenpass zu informieren. Werden bei Equiden, die zur Schlachtung für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, Wirkstoffe der sogenannten „Positivliste“ (VO (EG) Nr. 1950/2006) angewandt, so sind diese im Equidenpass im Abschnitt II, Teil III einzutragen. Die Mindestwartezeit für diese Stoffe beträgt 6 Monate.

Ein Eintrag von Arzneimitteln, die Stoffe der Tabelle 1 des Anhangs der Verordnung (EU) Nr. 37/2010 (zur Anwendung bei Lebensmittel liefernden Tieren zugelassen) enthalten, ist im Equidenpass nicht vorgesehen. In dem Fall erfolgt die Dokumentation der abgegebenen und angewendeten Arzneimittel anhand von tierärztlichen Arzneimittelanwendungs- und Abgabebelegen (AuA-Beleg).

Impfungen: Die durchgeführten Impfungen werden ebenfalls in den Equidenpass eingetragen, die Art und Weise ist im Anhang 1 der Durchführungsverordnung (EU) 2015/262 zur Equidenpass-Verordnung beschrieben. Demnach ist jede Impfung in Abschnitt VII bzw. VIII aufzuzeichnen. Die Information kann in Form eines Aufklebers geliefert werden.

Die Eintragung der Influenzaimpfung in den Equidenpass ist insbesondere für Turnierpferde von Bedeutung. Dies wird in der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) der FN geregelt. Hier ergibt sich in der Praxis oft die Problematik, dass die Pferdebesitzer einen Impftermin versäumen. Daher empfiehlt es sich, die Tierhalter rechtzeitig auf den nächsten Impftermin hinzuweisen.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass der Equidenpass eine Urkunde darstellt. Wissentlich falsche Eintragungen in den Equidenpass können daher als Urkundenfälschung bewertet werden.

 

Entnommen aus DTBl 8/2018