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Vorbereitungen auf mögliche ASP-Einschleppung gehen weiter

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bleibt beiderseits der deutsch-polnischen Grenze auf der Tagesordnung. Die zuständigen Ministerien der Länder sind in Alarmstimmung.

Makrophage im Frühstadium der Infektion mit dem ASP-Virus | Public Domain

In Brandenburg legte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher den Fokus auf die effiziente Abwehr der ASP. Dafür kündigte sie eine intensivere Fallwildsuche, eine flächendeckende verstärkte Bejagung des Schwarzwildbestands und umfassendere Untersuchungen von Tierkörpern an. Außerdem wurde damit begonnen, mobile Wildschutzzäune an der polnischen Grenze nahe Guben zu errichten. Diese seien lokal und zeitlich begrenzt, je nach Gefährdungslage auf einer Länge von bis zu 120 km entlang der Hochwasserschutzanlagen an der Grenze zu Polen eingesetzt. Schwerpunkte seien die Kreise Spree-Neiße und Oder-Spree sowie die Stadt Frankfurt an der Oder. Es würden sowohl Elektro- als auch Duftzäune verwendet.

Von staatlicher Seite seien verschiedene Maßnahmen ergriffen worden und entsprechende Handelsrestriktionen in Kraft getreten, um eine Einschleppung zu verhindern. Darauf hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion zur Gefahr einer ASP-Ausbreitung hingewiesen. So sei der Handel mit lebenden Hausschweinen, frischem Schweinefleisch sowie Zubereitungen und Erzeugnissen aus Fleisch von Haus- und Wildschweinen aus den ASP-Regionen betroffener Mitgliedstaaten der EU grundsätzlich untersagt, unter Erfüllung bestimmter tiergesundheitlicher Anforderungen aber möglich. Das Verbringen von lebenden Wildschweinen in andere Mitgliedstaaten sei hingegen ausnahmslos verboten, ebenso die Einfuhr von Fleisch und Fleischerzeugnissen von Haus- oder Wildschweinen aus nichtzugelassenen Drittländern oder Drittlandbetrieben in die EU.

Eine erfolgreiche Bekämpfung der ASP ist nach Auffassung der Bundesregierung nicht unbedingt vom Einsatz eines Impfstoffs abhängig, denn die konventionellen Bekämpfungsmaßnahmen für anzeigepflichtige Tierseuchen würden bei ausreichend hoher Biosicherheit in den Schweinehaltungen besser greifen. Hilfreich wäre jedoch ein oral applizierbarer Lebendimpfstoff für die Bekämpfung der ASP bei Wildschweinen. Dieser sei aber aufgrund des komplexen Virus schwierig herzustellen. Die Bundesregierung ist nach eigenen Angaben mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) an entsprechenden internationalen Forschungsprojekten und Initiativen beteiligt, z. B. an der Global African Swine Fever Research Alliance (GARA) oder dem EU-finanzierten Projekt „DEFEND“, das sich mit der Entwicklung neuartiger ASP-Impfstoffe befasst. Das Berliner Agrarressort steht laut eigenen Angaben auch mit den Behörden in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern in engem Kontakt. Diesen Bundesländern komme eine besondere Verantwortung für die Verhinderung der Einschleppung, aber auch für die Früherkennung zu, stellte das Ministerium fest.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht die Bundesrepublik gut gerüstet für einen möglichen ASP-Ausbruch. Nach Aussage von DBV-Präsident Joachim Rukwied seien auf den Betrieben die notwendigen Biosicherheitsmaßnahmen vorgenommen worden und auch die Länder hätten gut ausgearbeitete Managementpläne für einen entsprechenden Vorfall.

Der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Uwe Feiler, hat sich an der deutsch-polnischen Grenze ein Bild von den Präventionsmaßnahmen gemacht und dem Nachbarland Hilfe angeboten. Feiler betonte dabei die Sorge, mit der man die jüngsten Nachweise der Seuche relativ nahe der Grenze zu Deutschland betrachte. Er sieht die Anrainerstaaten in der Pflicht, was intensive Präventionsmaßnahmen angeht.

Angesichts der drohenden Einschleppung hat die Arbeitsgemeinschaft der Tierzuchtverbände in Sachsen-Anhalt den schweinehaltenden Betrieben die Nutzung der ASP-Risikoampel empfohlen.

 

Entnommen aus DTBl 2/2020