Positionspapier der FVE

Töten überzähliger Tiere in der Nutztierhaltung

Die Federation of Veterinarians in Europe (FVE) hat auf ihrer Generalversammlung im November 2017 ein Positionspapier zur Tötung überzähliger Tiere bei der Produktion von Nutztieren verabschiedet. Die BTK stellt Ihnen hier eine deutsche Übersetzung dieses Papiers zur Verfügung.

Männliche Eintagsküken der Legehuhnrassen werden in Deutschland häufig nach dem Schlupf getötet. | ©WONG SZE FEI – stock.adobe.com

Einleitung

Die FVE ist der Überzeugung, dass alle Nutztiere ein gutes Leben und einen humanen Tod erfahren sollten, und dass Tierärzte eine Führungsrolle darin übernehmen sollten, diese Ansicht politisch und in der Praxis zu befürworten [1]. Ein gutes Leben beinhaltet die Möglichkeit, komplexe Verhaltensweisen zu zeigen und bei guter Gesundheit zu sein, wie im Konzept der „Fünf Freiheiten“ vermittelt, sowie die Möglichkeit, positive Erfahrungen zu machen, wie Komfort, Zufriedenheit und Teilnahme an der Umwelt.

Wenn Tiere zum Vorteil des Menschen genutzt werden, wie etwa zur Produktion von Lebensmitteln, dann sollten die resultierenden ethischen Fragen verstanden und diskutiert werden. Nach Möglichkeit sollten jegliche ethischen Probleme (z. B. ein reduziertes Tierwohl) behoben oder minimiert werden. Es ist auch angebracht, die globalen Auswirkungen des Tötens und der Entsorgung überzähliger Tiere in Bezug auf Wasser, Futtermittel und Landnutzung sowie die Auswirkungen ihrer Produktion auf die Umwelt und den Klimawandel zu diskutieren [2, 3].

 

Entnommen aus DTBl 02/2018