Tierwohl ausgewachsener Kaninchen bei Käfighaltung besonders schlecht

Das Tierwohl ausgewachsener Kaninchen in herkömmlichen Käfigsystemen ist schlechter als in anderen verwendeten Haltungssystemen.

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Zu dieser Einschätzung kommt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer Stellungnahme, die sich überwiegend auf Expertenmeinungen stützt. Die Ergebnisse sind Teil eines umfassenden Vergleichs der verschiedenen in der EU verwendeten Kaninchenhaltungssysteme. Dazu wurde das Tierwohl in konventionellen Käfigen, strukturell angereicherten Käfigen, erhöhten Ställen, Bodenställen, Außen- bzw. Teilaußenanlagen sowie Haltungssystemen des ökologischen Landbaus erfasst. Das Hauptproblem der Käfighaltung sieht die EFSA v. a. in der eingeschränkten Bewegungsfreiheit. Außerdem wird vorgeschlagen, konventionelle Käfige zu vergrößern und strukturell zu verbessern. Die Behörde kommt ferner zu dem Schluss, dass das Wohlergehen nicht entwöhnter Kaninchen in Freilandsystemen am niedrigsten und in erhöhten Ställen am höchsten zu sein scheint. Die größte negative Auswirkung auf das Tierwohl von nicht entwöhnten Tieren in Outdoor-Systemen sei dabei v. a. die thermische Belastung. Dagegen wird das Tierwohl in Haltungssystemen des ökologischen Landbaus im Allgemeinen als „gut“ bewertet. Laut EFSA befindet sich der größte Teil der EU-Kaninchenhaltung in fünf Mitgliedstaaten, und zwar in Frankreich, Ungarn, Italien, Portugal und Spanien. Allerdings würden die landwirtschaftlichen Praktiken sowohl zwischen als auch innerhalb dieser Länder erheblich variieren.

 

Entnommen aus DTBl 2/2020