Konsensorientierte Dialoge vs. Skandalisierung und schrittweise Verbesserungen vs. Maximalforderungen

Tierschutz/Tierwohl: Wie erreicht man das meiste (für die Tiere!)?

Im Folgenden werden soziologische Betrachtungen darüber angestellt, wie die erforderliche Umgestaltung der Nutztierhaltung zu mehr Tierwohl gelingen kann.

Abb. 1: Gleichwertige, z. T. konkurrierende Ziele – ohne einseitige Bevorzugung eines der Ziele erhalten konkurrierende gesellschaftliche Ziele die gleiche politische Unterstützung. | © Thomas Blaha

Tierschutzverbesserungen, gesellschaftliche Erwartungen und existierende Möglichkeiten

Die Mensch-Tier-Beziehungen haben sich in den letzten 20 Jahren drastisch verändert: Tiere sind keine Sachen mehr, deren Besitzer damit beliebig umgehen können, sondern sie sind fühlende Lebewesen, die einen zu respektierenden intrinsischen Wert haben, der es gebietet, den Tieren ein tiergerechtes (tierwürdiges) Leben zu garantieren [1]. Es gibt verschiedene Konzepte zum Verständnis von Tierschutz und Tierwohl. Eine frühe, aber immer noch gültige Beschreibung eines tiergerechten Lebens stammt aus den 1960er-Jahren aus Großbritannien [2] und ist unter dem Begriff der „Fünf Freiheiten“ anerkannt.

 

Entnommen aus DTBl 1/2020