BfR-Forscher für Methode zur Vermeidung von Tierversuchen ausgezeichnet

Tierschutz, Artenschutz

Wissenschaftler können bei Tierversuchen zur Erforschung von menschlichen Erkrankungen zukünftig zielgerichteter Tiere für den jeweiligen Forschungszweck aussuchen und dadurch unnötige Versuche vermeiden.

Albinomäuse | © by Aaron Logan from http://www.lightmatter.net/gallery/albums_php

Dazu dient eine von Mitarbeitern des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) entwickelte Methode für die Auswahl des optimalen Tier- oder Alternativmodells, das am besten die menschliche Situation abbildet. Ausgezeichnet wurden die daran beteiligten Wissenschaftler Anfang Dezember mit dem Hamburger Forschungspreis. Das vorgestellte Verfahren könne laut BfR in der Grundlagenforschung sowie in der translationalen und angewandten Forschung eingesetzt werden. Die Methode lase sich aber nicht nur für die Beurteilung von Versuchstiermodellen verwenden, sondern auch zur Beurteilung von zellbasierten Alternativmethoden. Die Grundlage für die Tierauswahl bildet nach Institutsangaben  eine standardisierte, systematische Datenanalyse umfangreicher Genomdaten von Tiermodellen wie Maus oder Ratte und den klinischen Daten von Patienten mit bestimmten Erkrankungen. Sie basierten auf Methoden zur Analyse komplexer biologischer Proben auf der Ebene des gesamten Genoms von Transkripten, Proteinen und Metaboliten. Solche lägen bereits für eine Vielzahl von Tier- und Alternativmodellen sowie von humanen Erkrankungen vor, beispielsweise für Inflammations-, Herzkreislauf-, Krebs-, Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen sowie neurologischen Erkrankungen. Die Forschungsarbeit wurde im August 2016 im Fachjournal EMBO Molecular Medicine veröffentlicht.

 

Entnommen aus Deutsches Tierärzteblatt 1/2017