Untersuchung an Terraristik- und Vogelbörsen in Deutschland

Tierschutz an Tiermärkten und Tierbörsen

Tierbörsen stehen seit Langem in der Kritik von Tierschutzorganisationen, da vielfach über tierschutzrelevante Vorkommnisse bei solchen Veranstaltungen berichtet wird. Im Rahmen einer vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Studie („EXOPET“) sollten daher u. a. Tierbörsen und Tiermärkte im Bundesgebiet besucht und beurteilt sowie nachfolgend dem Gesetzgeber Vorschläge zur Einschätzung der Situation und zur Behebung eventuell festgestellter Missstände gemacht werden.

Verschmutzter, mit Zebrafinken (Taeniopygia guttata) überbesetzter Kistenkäfig ohne ausreichende Versorgung mit Futter und Trinkwasser. | © Maria-Elisabeth Krautwald-Junghanns

Tierbörsen sind gemäß Abschnitt 12.2.1.4 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) zur Durchführung des Tierschutzgesetzes vom 09.02.2000 dadurch gekennzeichnet, dass Tiere durch Privatpersonen feilgeboten oder untereinander getauscht werden. Tierbörsen und Tiermärkte spielen dementsprechend nach wie vor für den Erwerb bzw. Austausch von Heimtieren aller Art eine bedeutende Rolle. Dies spiegelte sich auch in den Ergebnissen der Befragung der Halter von Ziervögeln und Terrarientieren in der EXOPET-Studie wider. Zwar fehlen genaue Zahlen, aber geschätzt gibt es deutschlandweit jährlich viele Hunderte Börsen unterschiedlicher Größe, die von Privatleuten, Vereinen und Zuchtverbänden, Städten und Gemeinden oder kommerziellen Veranstaltern organisiert und durchgeführt werden.

Neben reinen Börsenveranstaltungen, auf denen ausschließlich Tiere und ggf. Tierhaltungszubehör sowie Futtermittel angeboten werden, sind insbesondere Marktveranstaltungen mit Lebendtierangebot Besuchermagnete mit teilweise langer Tradition. Generell können solche Veranstaltungen aber für die angebotenen Tiere eine Belastung darstellen (Transport zur Börse, beengte Unterbringung, ungewohnte Umgebung, ungewohnte optische, akustische und olfaktorische Reize durch Börsenbesucher, arteigene und artfremde Tiere). Dieser Aspekt kommt insbesondere bei nicht eingewöhnten Wildfängen bzw. Importtieren und Arten mit großer Fluchtdistanz zum Tragen.

 

Entnommen aus DTBl 7/2018