Gesunde Tiere – Gesunde Menschen – Gesunde Umwelt

Tierärzte ohne Grenzen e. V. und Impfen für Afrika!

Tierärzte ohne Grenzen e. V. ist von der Überzeugung getragen, dass gesunde Tiere, gesunde Menschen und eine gesunde Umwelt von essenzieller Bedeutung für eine lebenswerte Zukunft sind. Für uns steht der ganzheitliche, disziplinübergreifende One Health-Ansatz [1] im Zentrum unserer Interventionen und Projektarbeiten. Die Finanzierung der Arbeit ist auch bei Tierärzte ohne Grenzen von Privat- und Unternehmensspenden abhängig.

Größte Kampagne des Vereins Tierärzte ohne Grenzen e. V.

Tierärzte ohne Grenzen e. V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, der 1991 als studentische Vereinigung an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover gegründet wurde. Seit 1998 führt Tierärzte ohne Grenzen Projekte am Horn von Afrika in den Ländern Kenia, Äthiopien, Sudan, Somalia und Süd-Sudan durch. Fortan wird auch Uganda dabei sein.

Impfen für Afrika!

Impfen für Afrika! ist die größte Kampagne des Vereins, die seit 2005 jährlich immer im Monat Mai durchgeführt wird. Die Kampagne wurde ins Leben gerufen, um auf die Situation der Menschen und der mit ihnen eng verbundenen Tiere in den Projektländern aufmerksam zu machen. Ziel ist, die Lebensumstände für Mensch und Tier nachhaltig zu verbessern.

In diesem Jahr ruft Tierärzte ohne Grenzen bereits zum 15. Mal die Kleintierpraxen und Kleintierhalter auf, bei der Aktion mitzumachen. Die Hälfte der Einnahmen aus den Impfungen am Aktionstag spenden die Praxen an Tierärzte ohne Grenzen; Zusatzkosten für die Tierhalter entstehen dadurch nicht.

Die Spenden unterstützen die Vereinsprojektarbeit und helfen bei der Tollwutbekämpfung in Kenia. Jede Kampagne-Spritze hier in Deutschland hilft also mit, eine Impfung in Afrika zu finanzieren und wirksam zu verabreichen.

Tollwut bekämpfen

Die Aktion ist seit vielen Jahren ein großer Erfolg für den Verein. Der Impuls für Impfen für Afrika! ging von Hannover aus, wo sich der damalige Geschäftssitz des Vereins befand. Ließen sich im ersten Jahr 34 Tierarztpraxen in und um Hannover herum für die Idee begeistern, sind es heute deutschlandweit mehr als 1 300 registrierte Praxen, die sich engagieren. Darunter befinden sich Praxen der „ersten Stunde“, die ununterbrochen jährlich am Impfaktionstag teilnehmen.

Im letzten Jahr kamen durch den Aufruf mehr als 220 000,00 € zusammen. Doch der Verein will weitere Tiermediziner und Tierhalter motivieren und gewinnen, denn er verfolgt das hehre Ziel, Kenia bis 2030 tollwutfrei zu bekommen.

Tollwut ist hierzulande seit 2008 kein Thema mehr, stellt jedoch in anderen Teilen der Welt nach wie vor eine große Gefahr für Menschen und Tiere dar. Etwa 55 000 Menschen weltweit sterben jährlich immer noch an Tollwut – ca. 95 Prozent davon in Afrika und Asien. Hunde sind dabei die häufigste Infektionsquelle für Menschen, da 99 Prozent der Todesfälle bei Menschen auf die Virusübertragung durch Bisse oder Kratzer tollwütiger Hunde zurückzuführen sind.

Die Krankheit kann prophylaktisch behandelt werden, kommt es jedoch zum Ausbruch, ist sie nicht mehr heilbar und endet tödlich. Allein in Kenia sterben jedes Jahr mehr als 2 000 Menschen – meist Kinder – an den Folgen einer Tollwutinfektion. Diese wird besonders häufig beim gemeinsamen Spiel mit den vorrangig als Wachhund eingesetzten Tieren übertragen.

Tierärzte ohne Grenzen impft bereits seit 2005 die Hütehunde der Massai in der Mara im südlichen Kenia. 2018 wurden die Impfungen erstmalig auch in einigen der informellen Siedlungen rund um Nairobi durchgeführt. In diesem Jahr erweitert sich das Gebiet und umfasst fünf große informelle Siedlungen um Kenias Hauptstadt Nairobi – Kwanaware, Kangemi, Kibera, Mathare/Viwandani und Mukuru/Korogocho.

Die Tollwutimpfungen sind dabei nur ein Teil der Arbeit. Parallel Öffentlichkeit für die Viruserkrankung zu schaffen und für die Risiken im Umgang mit Tollwut zu sensibilisieren, ist ebenfalls Intension der groß angelegten Bemühungen. Vor Ort findet deshalb auch immer Aufklärungsarbeit statt, vermittelt werden Präventionsmaßnahmen und Verhaltensregeln im Falle eines Hundebisses.

2019 ein besonderes Jahr

Tierärzte ohne Grenzen hat im Laufe der Aktionsjahre viele konstruktive Rückmeldungen und gute Anregungen aus den Tierarztpraxen erhalten. Diese Anstöße sind kontinuierlich in die Kampagne eingeflossen. Ein Anliegen vieler Tierarztpraxen war es, den zeitlichen Rahmen der Aktion nicht auf einen Tag im Jahr zu beschränken. Der Wunsch nach mehr Flexibilität in der Auswahl des Tags war so groß, dass Tierärzte ohne Grenzen diesem Ersuchen nun nachkommt. Erstmalig wird 2019 eine ganze Woche lang zu Impfen für Afrika! ausgerufen. Im Zeitraum 06. bis 12. Mai kann nun jeder Tierarzt oder jede Tierärztin für sich entscheiden, welcher Impftermin praxisintern und individuell für eine Teilnahme am besten passt.

Darüber hinaus wächst die Kampagne auch innerhalb Europas: Seit einigen Jahren wird die Aktion auch in der Schweiz, Österreich und den Niederlanden erfolgreich von anderen Tierärzte-ohne-Grenzen-Organisationen durchgeführt. 2019 werden weitere Organisationen im Boot sein: Insgesamt acht Mitglieder des Dachverbands VSF International (Vétérinaires Sans Frontières International/Tierärzte ohne Grenzen International) haben sich entschieden, zum ersten Mal gemeinsam im Zeitraum April bis Juli in ihrem Land jeweils für Impfen für Afrika! zu mobilisieren. Diese acht sollen auch visuell für die Öffentlichkeit als Verbund wahrgenommen werden und erhalten ein gemeinsames Kampagne-Gesicht mit neuem Design.

Mehr Informationen zu Tierärzte ohne Grenzen und der Kampagne Impfen für Afrika! erhalten Sie unter: www.togev.de/impfen-fuer-afrika.html oder www.impfenfuerafrika.de

[1] One-Health-Ansatz – erkennt die systematischen Zusammenhänge von Mensch, Tier, Umwelt und Gesundheit an.

 

Entnommen aus DTBl 4/2019