Ein Querschnitt aus der Arbeit eines gemeinnützigen Vereins

Streunertiere – Probleme und Lösungsansätze

Jedes Jahr sterben Zehntausende Menschen an Tollwut – einer Krankheit, die durch Impfung zu 100 Prozent zu vermeiden ist. 40 Prozent der Opfer sind Kinder. Ganze 99 Prozent der menschlichen Infektionen gehen auf Hundebisse zurück und betreffen unverhältnismäßig viele arme, ländliche Gemeinden in Afrika und Asien – dort, wo die Hundetollwut und die ursächliche Streunerpopulationen nur schwer zu kontrollieren sind [1].

Abb. 1: Tollwut-Impfkampagne in Südafrika | © George Oosthuizen

Unabhängig von den Problemen des Tierschutzes stellen Streunertiere auch ein Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Es existieren verschiedene Lösungsansätze mit dieser Problematik umzugehen. Generell gilt es, bei der Umsetzung von sogenannten Streunerstrategien viele verschiedene Aspekte zu berücksichtigen, die eine umfassend detaillierte Planung erfordern.

Definition Streunertiere

Hunde (Canis familiaris) sind weltweit verbreitet und umfassen eine geschätzte Gesamtpopulation von 700 Millionen Tieren. Hinsichtlich des Eigentümerstatus wird dabei unterschieden zwischen Tieren, die im menschlichen Besitz und von deren Versorgung mit Nahrung, Wasser und Unterkunft abhängig sind, und herrenlosen Tieren, die keinen Besitzer haben. Dennoch ist die letztgenannte Gruppe auch auf den Menschen angewiesen, zumindest wenn es um Ressourcen wie Nahrung geht [2]. So leben z. B. viele Tiere von menschlichen Speiseabfällen. Besonders in touristischen Gegenden, dort wo sich viele gastronomische Einrichtungen befinden, sind vermehrt herrenlose Hundepopulationen anzutreffen.

 

Entnommen aus DTBl 3/2021