Sofortmaßnahmen gegen das Artensterben

Die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten in Deutschland nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in der Agrarlandschaft.

Die Leopoldina-Arbeitsgruppe „Biodiversität in der Agrarlandschaft“ hat die Stellungnahme „Artenrückgang in der Agrarlandschaft: Was wissen wir und was können wir tun?“ vorgelegt und mit Vertretern aus Politik und Agrarwirtschaft diskutiert (www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2018_3Akad_Stellungnahme_Artenrueck gang_web.pdf).

In Deutschland gibt es kein offizielles und landesweit einheitliches Monitoring der biologischen Vielfalt. Entsprechend setzt sich das Bild vom Zustand der Biodiversität in Deutschland aus sehr vielen Quellen mit verschiedenen Standards und Methoden zusammen. Laut der Stellungnahme lässt sich ein starker Artenrückgang in Deutschland und Europa in den letzten 25 Jahren deutlich belegen. Der Verlust der biologischen Vielfalt ist nicht auf Gebiete außerhalb von Schutzgebieten beschränkt, sondern findet auch innerhalb von Schutzgebieten statt. So sind bspw. seit 1990 mehr als 30 Prozent der Vögel der Agrarlandschaft verloren gegangen, die Schmetterlingsbestände haben sich im gleichen Zeitraum beinahe halbiert. Die Ursachen für den Rückgang sind vielfältig, u. a. schaden die Zunahme bewirtschafteter Ackerbauflächen, die vorbeugende und flächendeckende Nutzung von Pflanzenschutzmitteln, Überdüngung und die sinkende Strukturvielfalt der Landschaft der Biodiversität. Handlungsbedarf sehen die Experten insbesondere bei der Agrarpolitik auf europäischer Ebene und in Deutschland. Die biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung, so eine zentrale Forderung, muss sich für die Landwirte lohnen. Auch Gemeinden stehen in der Pflicht, biologische Vielfalt auf ihren Flächen zu erhalten, zu pflegen und zu erhöhen. Und Produkte aus regionaler biodiversitätsfreundlicher Produktion sollten im Handel entsprechend gekennzeichnet werden. Die anstehende Reform der europäischen Gemeinsamen Agrarpolitik sollte genutzt werden, um Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt stärker finanziell zu fördern.

 

Entnommen aus DTBl 2/2019