Prävalenzstudie zur Paramphistomidose bei Rinderherden in Deutschland

In den letzten Jahren hat sich der Befall mit Pansenegeln in Europa als weitaus größeres Problem dargestellt, als zuvor vermutet wurde.

Pansenegelei | Foto: LUA Sachsen

Verschiedene Studien zu dieser Parasitose ergaben Prävalenzen von 29,2 Prozent in Spanien, 15,8 Prozent in den Niederlanden und 42,5 Prozent in Irland. In Deutschland ist die Verbreitung der Pansenegel bisher unbekannt. Aktuelle Untersuchungen in Bayern stellten in einem Drittel der Milchkuhbetriebe mit boviner Fasziolose auch Pansenegel fest.

Pansenegel gehören zur Familie der Paramphistomidae und zählen, wie auch die Familie der Fasciolidae, zum Unterstamm der Trematoda (Saugwürmer). Die juvenilen Stadien des Pansenegels heften sich an den Dünndarm und wandern retrograd in den Pansen, wo sie sich zu adulten, eierlegenden Egeln entwickeln. Diese sogenannte intestinale Paramphistomidose kann zu Durchfall, Inappetenz und sogar Kachexie mit Todesfolge führen und ist daher klinisch von stärkerer Bedeutung als die Ansiedelung der adulten Parasiten im Pansen.

In einer Studie an der Klinik für Wiederkäuer mit Ambulanz und Bestandsbetreuung, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, soll nun die Prävalenz der Paramphistomidose für Rinderherden in Deutschland erhoben werden. Hierzu werden in Milchvieh- und Mutterkuhbetrieben vier Sammelkotproben genommen, aufgeteilt in jeweils zwei Sammelproben von Jungtieren und zwei von Kühen. Für jede der vier Proben sollen vier Tiere zufällig ausgewählt werden. Der Kot wird mittels Sedimentationsverfahren auf Pansenegel und gleichzeitig auch auf Leberegel untersucht. Bei positiven Proben wird mittels DNA-Analyse die Pansen-egelart bestimmt.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme an diesem Projekt haben, nehmen Sie bitte unter Angabe von Namen, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse mit der LMU Kontakt auf (bevorzugt per E-Mail an unten stehende Adresse). Sie erhalten dann alle notwendigen Materialien inkl. Rücksendeetikett für das Probenpaket. Nach Untersuchung der Proben wird Ihnen selbstverständlich das Ergebnis mitgeteilt. Die LMU freut sich über eine rege Teilnahme.

Kontakt: Tanja.Forstmaier@campus.lmu.de, Tel. +4989 2180-78850

 

Entnommen aus DTBl 10/2019