Österreich: Schwarzkopfkrankheit 
könnte auf Symbiose beruhen

Einen neuen Ansatzpunkt zur Bekämpfung der auch als Schwarzkopfkrankheit bekannten Histomonose bei Puten und Hühnern haben Wissenschaftler der Veterinärmedizinischen Universität Wien identifiziert.

H. meleagridis

Die Krankheit könnte auf einer Symbiose zwischen dem einzelligen Erreger und Bakterien basieren. Der Erreger Histomonas meleagridis interagiere sowohl im Wirt als auch im Labor intensiv mit Bakterien. Die zugrundeliegenden Mechanismen müssten aber noch aufgeklärt werden. Zukünftige Forschungen sollten sich vermehrt auf die Aufklärung der Wechselwirkung zwischen Bakterien und H. meleagridis konzentrieren, v. a. um herauszufinden, ob eine gezielte Manipulation des Darmbioms klinische Konsequenzen minimieren könnte, erklärte der Leiter der Universitätsklinik für Geflügel und Fische, Prof. Michael Hess. Dieses Wissen könnte auch zur Optimierung der entwickelten Impfstrategie verwendet werden. Detailliertere Untersuchungen sollten außerdem helfen, die enormen Unterschiede in der Mortalität und die Manifestation in bestimmten Betrieben zu erklären.

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Universität zufolge auch dem Fadenwurm Heterakis gallinarum gewidmet werden. Der im Blinddarm von Haushühnern und Puten lebende Parasit verursache zwar nur eine leicht pathogene Infektion, sei jedoch ein häufiger Träger von Histomonas und dessen wichtigster Übertragungsvektor. Zudem könne der Erreger der Schwarzkopfkrankheit bis zu 3 Jahren in den Eiern des Fadenwurms überleben.

 

Entnommen aus DTBl 3/2020