Ergebnisse einer Umfrage unter Tierhaltern

Neuweltkamele in Deutschland

Mithilfe einer Onlineumfrage für Halter von Lamas und Alpakas wurden Daten zu Tierpopulation, Haltung, Nutzung, Fütterung, Managementmaßnahmen und Gesundheitsproblemen sowie der damit verbundenen tiermedizinischen Betreuung erhoben. Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage sind bereits publiziert [1]. Im Folgenden werden auszugsweise Ergebnisse der Umfrage vorgestellt und mögliche Schlussfolgerungen für die deutsche Tierärzteschaft diskutiert.

Abb. 1: Lama (l.) nach Teilschur und Alpaka (r.) nach Komplettschur | © S. Germann

In vielen europäischen Ländern steigt die Zahl der gehaltenen Neuweltkamele [2–5], und auch in Deutschland scheint die Haltung von Lamas und Alpakas (Abb. 1) zunehmend attraktiver zu werden, sodass Tierärzte immer häufiger zur Behandlung einzelner Tiere oder zur Betreuung eines Bestands konsultiert werden. Es gibt derzeit jedoch nur wenige Informationen über die Haltung von Neuweltkamelen in Deutschland und den Wissensstand der Tierhalter.

Daher wurde eine Onlineumfrage unter Lama- und Alpakahaltern durchgeführt. Für die Studie wurde zunächst ein Fragebogen entwickelt, dessen Aufbau sich an ähnlichen Untersuchungen in Österreich und in der Schweiz orientierte [5–7]. Insgesamt wurden 69 Fragen zu den fünf Schwerpunkten 1. Allgemeine Angaben zum Betrieb, 2. Haltung, 3. Fütterung, 4. Management und 5. Gesundheitsprobleme sowie tiermedizinische Betreuung gruppiert. Die Umfrage war anonym und bestand überwiegend aus Single- sowie Multiple-Choice-Fragen und wenigen Fragen mit Freitextantworten. Der Link zur Onlineumfrage wurde über verschiedene Verbände bekannt gemacht (Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e. V., Alpakazuchtverband Deutschland e. V., Alpaka- und Lama-Zuchtverband Mitteldeutschland e. V., Alpaca Association e. V., Arbeitsgemeinschaft Europäische Lama und Alpaka Shows e. V.) und über die sozialen Medien (Facebook) im Februar 2020 veröffentlicht. Mit Abschluss der Umfrage Ende März 2020 wurden die Daten analysiert und statistisch ausgewertet. Nach Ausschluss der Teilnehmenden, die die Fragen bis einschließlich Abschnitt 4 (Management) nicht beantwortet hatten, waren insgesamt 255 Fragebögen für die Auswertung geeignet. Dabei wurden nicht immer alle Fragen von jedem Teilnehmenden beantwortet.

 

Entnommen aus DTBl 4/2021