Aktuelle Veröffentlichung

Neue Stellungnahme der StIKo Vet zur „Umwidmung“ von Tierimpfstoffen

Die reguläre Zulassung von Impfstoffen mit dem Nachweis der Wirksamkeit und der Unschädlichkeit ist uneingeschränkt zu fordern und zu begrüßen. Allerdings stehen für viele Tierarten regulär zugelassene immunologische Tierarzneimittel, d. h. Tierimpfstoffe, überhaupt nicht oder nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung.

www.fli.de/de/kommissionen/stiko-vet

Sehr häufig betrifft dies Exoten, wie z. B. Zootiere. Teilweise sind aber auch ökonomisch nicht im Fokus stehende Nutztierarten, z. B. Esel, kleine Wiederkäuer, Neuweltkameliden, Puten etc., betroffen. Durch die Nichtverfügbarkeit der Mittel ist die tiermedizinische Versorgung dieser Tiere häufig ernstlich gefährdet. Einen medizinischen Ausweg bietet in solchen Fällen unter bestimmten Umständen die Anwendung eines in Deutschland für ein anderes Anwendungsgebiet oder eine andere Zieltierart zugelassenen Impfstoffs.

Obwohl medizinisch indiziert, ist die Umwidmung immunologischer Tierarzneimittel nicht unproblematisch. Zum einen gibt es häufig keine gesicherten Daten zur Wirksamkeit und Unschädlichkeit. Zudem bewegt sich der Tierarzt mit einer Umwidmung auf rechtlich unsicherem Terrain. Dies betrifft die Zulässigkeit der Anwendung an sich wie auch haftungsrechtliche Fragen. In einer aktuellen Veröffentlichung der Ständigen Impfkommission Veterinär (StIKo Vet) wird zu diesen Aspekten Stellung genommen (www.fli.de/de/kommissionen/stiko-vet). In fachlicher Hinsicht unterstützt die StIKo Vet darin im sorgfältig zu prüfenden Einzelfall die Umwidmung immunologischer Tierarzneimittel.

 

Entnommen aus DTBl 02/2018