Letzte Meldung

Nette Worte machen Rinder glücklich

Streicheln und sanftes Sprechen mit Kühen wirken sich günstig auf deren Wohlbefinden aus; ein bloßes Abspielen der Worte vom Band ist hingegen weniger erfolgreich.

Kim Hansen (Own Work) | CC BY SA 3.0

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die kürzlich im Fachmagazin Frontiers in Psychology publiziert wurden. Dabei handle es sich um einen Effekt, der über die Situation hinaus wirksam sei. Die Änderungen der Herzparameter deuteten auf länger anhaltende Entspannungseffekte aufgrund des Livesprechens hin, erläuterte die Erstautorin der Studie, Annika Lange. Auch an anderen Parametern lasse sich das Wohlbefinden erkennen. Gefalle ihnen das Streicheln, so streckten die Kühe oft den Hals, genau wie beim gegenseitigen Lecken. Darüber hinaus gebe es Hinweise darauf, dass die Position der Ohren eine Rolle spielt: Besonders hängende Ohren und niedrige Ohrpositionen deuteten auf Entspannung hin. Allerdings sei noch nicht eindeutig klar, wie die subtilen Unterschiede der Ohrpositionen bei Rindern genau zu interpretieren seien.

Über den grundsätzlichen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn hinaus, wie sprachliche Reize während menschlicher Interaktionen mit Tieren wirken, sind die Studienergebnisse den Wissenschaftlern zufolge auch für die Praxis in der Tierhaltung von Relevanz. Kurze Streicheleinheiten und freundliche Ansprache ließen sich auch in den Arbeitsalltag am Betrieb einbauen, z. B. beim Melken. Es sei keine Zeitverschwendung, wenn Rinder gestreichelt und mit ihnen auf sanfte Art gesprochen werde. Die Daten der Studie belegten nämlich eindeutig, dass dies einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Tiere habe. Außerdem wirke sich der sanfte freundliche Umgang auch positiv auf die Milchleistung und die Gesundheit der Tiere aus.

 

Entnommen aus DTBl 12/2020