Meldepflicht: Zwei Katzen in Hamburg positiv auf Corona getestet

Seit dem 10.02.2021 befinden sich zwei Katzen aus dem Haushalt einer Frau, die an COVID-19 erkrankt war und verstorben ist, im Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

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Die Katzen wurden unter Berücksichtigung der Corona-Schutzmaßnahmen von Mitarbeitenden des Tierschutzvereins aus der Wohnung der Verstorbenen geholt und auf der Isolierstation des Tierheims untergebracht. Eine der beiden Katzen zeigte bei Ankunft leichte Schnupfensymptome.

Aufgrund der Meldepflicht für Corona-Erkrankungen bei Haustieren wurde umgehend die zuständige Veterinärbehörde verständigt und die Abnahme von Rachentupfern angeordnet. Die Auswahl eines geeigneten Tupfers wurde beim Landeslabor, in diesem Fall dem Hygiene Institut Hamburg, erfragt. Es wurde ein Virusversandsystem verwendet, alternativ können bei zügigem Versand auch trockene Tupfer, die in PBS (Phosphatpuffermedium), oder trockene Tupfer, die in Kochsalzlösung eingelegt werden, benutzt werden. Die gängigen Tupfer, die in Tierarztpraxen verwendet werden, sind für einen Corona-Nachweis nicht geeignet.

Der Corona-Test war bei beiden Katzen positiv, die Tupfer wurden zur Kontrolle in das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) gesendet, das die positiven Ergebnisse bestätigte. Die Katzen verblieben weiter auf der Isolierstation, alle Mitarbeitenden, die Kontakt zu den Katzen hatten, wurden mit einem Corona-Schnelltest negativ getestet. Am 24.02. wurden erneut Rachenabstriche von beiden Katzen genommen und an das FLI geschickt. Das Ergebnis beider Proben war negativ. Inzwischen wurden von den Tieren für eine Studie Blutproben zur Antikörperbestimmung entnommen. Nach einer entsprechenden Anordnung der Behörde wurden die beiden Katzen aus der Quarantäne entlassen und können nun vermittelt werden.

Das FLI hat auf seiner Homepage einige Informationen zum Coronavirus zusammengestellt (www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/coronavirus/), darunter auch die Broschüre „SARS-CoV-2-Infektion bei gehaltenen Tieren – Amtliche Methode und Falldefinition“ mit den wichtigsten Informationen zur Charakterisierung der Infektion, zum Untersuchungsmaterial sowie zum Untersuchungsgang.

Dr. Urte Inkmann, Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V.

 

Entnommen aus DTBl 4/2021