Maßnahmen zum Wildtierschutz vor der Mahd weiter erlaubt

Nach Auffassung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums ist die Rettung von Rehkitzen und anderen Jungtieren im Auftrag des Landwirts oder des Revierinhabers trotz der derzeit geltenden Regeln im Zuge der Coronapandemie möglich.

Rehkitz | © CC_BY_SA 3.0

Die Vorgaben der Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte sowie bestehende Sonderregelungen, wie Einreiseverbote für nicht ortsansässige Jäger, müssten aber beachtet werden, betont das Agrarressort. Wenn das Rettungsteam z. B. aus einem am Feldrand stehenden Drohnenführer bestehe und zwei weitere Personen mit deutlichem Abstand das Kitz aufsuchten und bergen würden, seien die Vorschriften eingehalten.

Diverse Landwirtschafts- und Jagdverbände riefen dazu auf, in Zeiten der Coronapandemie bewährte Maßnahmen und Strategien zur Vermeidung von Wildtierverlusten auch ohne den Einsatz von Drohnen, wie das Absuchen der Felder vor Beginn der Mahd, die Vergrämung oder das Mähen von innen nach außen, fortzusetzen. In sensiblen Gebieten mit bekannt hoher Wilddichte sollte bei den Mäharbeiten die Geschwindigkeit verringert werden. In der Dunkelheit sollte auf die Mahd verzichtet werden. Der Einsatz von sogenannten akustischen Wildrettern habe sich als sehr erfolgreich erwiesen. Das Alarmgerät sende in einem weiten Radius einen durchdringenden Alarmton mit 105 dB Schalldruck aus, der Wildtiere zur Flucht animiere.

Das Magdeburger Landwirtschaftsministerium erinnerte an die Webseite kitzrettung-hilfe.de, auf der sich sowohl Landwirte registrieren können, die Hilfe bei der Wildtierrettung vor der Mahd brauchen, als auch Jäger, Hilfsorganisationen und freiwillige Helfer. Auf der Webseite sind auch Hinweise zu Abläufen von Hilfeaktionen zu finden sowie ein „Mäh-Knigge“ für Landwirte.

 

Entnommen aus DTBl 5/2020