Maßnahmen gegen ASP-Ausbreitung

Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen ist weiter gestiegen. Nach Brandenburg hatte Anfang November auch Sachsen nahe der polnischen Grenze in der Oberlausitz im Landkreis Görlitz seinen ersten Fall.

Tipps, wie sich Waldbesucher beim Fund eines toten Wildschweins verhalten sollten, hat der Deutsche Jagdverband (DJV) gemeinsam mit dem Landesjagdverband Brandenburg auf einem Poster zusammengefasst.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat mit einer Änderung der Schweinepestverordnung die kurzfristig erforderliche Ermächtigung geschaffen, in der sogenannten „weißen Zone“ um das Kerngebiet des Ausbruchsgeschehens auf eingezäuntem Gebiet alle Wildschweine erlegen zu können. Um nach dem ersten ASP-Nachweis das Infektionsgeschehen zu begrenzen, wird nun auch Sachsen einen festen Zaun im Grenzverlauf zu Polen errichten.

Mit Polen und Tschechien wurde ein trilaterales Format, die „Tiergesundheits-Troika“, für den grenzüberschreitenden Kampf gegen die ASP vereinbart – sowohl auf Ebene der Landwirtschaftsminister als auch auf Ebene der Chefveterinäre der drei Länder.

Tipps, wie sich Waldbesucher beim Fund eines toten Wildschweins verhalten sollten, hat der Deutsche Jagdverband (DJV) gemeinsam mit dem Landesjagdverband Brandenburg auf einem Poster zusammengefasst. Dargestellt sind drei Verhaltensregeln, Informationen zur ASP sowie QR-Codes, die Verbraucher direkt zur Tierfund-Kataster-App weiterleiten (www.jagdverband.de).

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat zusammen mit der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) eine Initiative gestartet, um die globale Ausbreitung der ASP zu stoppen. Regierungsvertreter, Tierärzte, Fachleute und Wissenschaftler aus der ganzen Welt wurden zusammengebracht, um Wissen und Erfahrungen über die Tierseuche auszutauschen und Leitlinien für koordinierte Maßnahmen zu deren Bekämpfung auf den Weg zu bringen. Alle Beteiligten seien aufgefordert, Maßnahmen gegen die Ausbreitung zu ergreifen, die Tiergesundheit und das Wohlergehen der Tiere zu fördern und den Lebensunterhalt der Landwirte zu sichern. Um die ASP global unter Kontrolle zu bringen, sei es notwendig, kontinuierlich in Veterinärdienste zu investieren und internationale Standards, v. a. in Bezug auf die Biosicherheit und Überwachung, wirksam umzusetzen.

 

Entnommen aus DTBl 12/2020