Mangelnde Qualifikation Haupttierschutzrisiko bei Rinderschlachtungen

Bei der Schlachtung von Rindern ist das Hauptrisiko für Tierschutzfragen auf eine mangelnde Qualifikation oder die Erschöpfung des damit beauftragten Personals zurückzuführen.

© Watershed Post, CC BY SA 2.0

Das geht aus einem Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hervor. Laut EFSA gehen 39 von insgesamt 40 ermittelten Risiken auf entsprechende Fälle zurück. Weitere Tierschutzprobleme im Schlachtprozess stünden mit schlecht konzipierten und gebauten Einrichtungen in Verbindung.

Im Einzelnen gibt die Behörde konkrete Empfehlungen für den Schlachtprozess: Zunächst sollten ein tierschonendes Entladen sowie idealerweise eine Ruhephase sichergestellt werden. In der zweiten Phase müsse zu Beginn der eigentlichen Schlachtung eine sichere Betäubung sowie im Anschluss unverzüglich das Ausbluten der Tiere erfolgen.

Grundsätzlich sei immer sicherzustellen, dass die Betäubung auch tatsächlich wirke und die Bewusstlosigkeit eintrete, heißt es weiter in dem Bericht. Die EFSA weist ferner darauf hin, dass künftig bei Rinderschlachtungen auch ein verstärktes Augenmerk auf eine vorschriftsmäßige Durchführung der zuvor stattfindenden Tiertransporte gelegt werden sollte. Zudem werden in der Untersuchung insgesamt zwölf Stressfaktoren beschrieben, die sich besonders nachteilig auf das Wohlbefinden der Tiere auswirken: u. a. Hitze- und Kältestress, eine unzureichende Versorgung mit Wasser und Futter, Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen und daraus resultierende Angstreaktionen.

 

Entnommen aus DTBl 12/2020