Gut 243 000 Unterschriften für eine Milchviehhaltungsverordnung

Landwirtschaft, Tierhaltung, Tierzucht

Mit 243 000 Unterschriften, die der Parlamentarischen Staatssekretärin vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Maria Flachsbarth, in Berlin übergeben wurde, wird die Forderung der Welttierschutzgesellschaft nach einer Haltungsverordnung für Milchkühe unterstützt.

Melkkarussell | © Gunnar Richter, Namenlos.net, Eigenes_Werk

Die hohe Zahl der Unterstützer sei eine eindeutige Aufforderung der Verbraucher an das Bundeslandwirtschaftsministerium und Ressortchef Christian Schmidt, endlich auch die Haltung von Milchkühen in gesetzlichen Mindeststandards zu normieren, betonte die Welttierschutzgesellschaft bei der Petitionsübergabe. Jährlich scheide jede dritte Milchkuh aus der Milchproduktion in Deutschland aus und werde frühzeitig geschlachtet, hauptsächlich verursacht durch Milchhochleistungen, nicht artgerechte Haltungsbedingungen und ein fehlerhaftes Management.

Flachsbarth räumte laut der Welttierschutzgesellschaft ein, dass die Effizienz der landwirtschaftlichen Tierhaltung im Bereich Milchvieh an der einen oder anderen Stelle zu einem Punkt getrieben worden sei, der die Tiere überfordere. Auch einen Sachkundenachweis gerade für größere Betriebe halte sie für wichtig. Ebenfalls kritisierte die CDU-Politikerin die ganzjährige Anbindehaltung. Ihr wichtigstes Anliegen sei es jedoch, dass man bei allen möglichen Lösungsansätzen nicht die Landwirte ans den Augen verliere. Diese seien durch schwierige Zeiten gegangen und stünden derzeit mit dem Rücken zur Wand. Keinesfalls sollte man daher die Standards so hoch setzen, dass die Landwirte nicht mehr weiterarbeiten wollten und ihre Höfe schließen würden, zitierte die Welttierschutzgesellschaft die Staatssekretärin. Nur mit den Landwirten gemeinsam könne eine Balance zwischen der Wirtschaftlichkeit des Hofes und dem Tierwohl erreicht werden.

 

Entnommen aus Deutsches Tierärzteblatt 1/2017