Länder geben grünes Licht für Isoflurannarkose

Landwirte dürfen künftig die Isoflurannarkose zur Ferkelkastration selbst durchführen. Der Bundesrat stimmte der vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) vorgelegten Ferkelbetäubungssachkundeverordnung am 20.09.2019 zu.

Mit der Verordnung wird der bisher geltende Tierarztvorbehalt für die Betäubung aufgehoben.

Mit der Verordnung wird der bisher geltende Tierarztvorbehalt für die Betäubung aufgehoben. Aufgrund einer Reihe von Änderungswünschen muss die Verordnung allerdings von Brüssel nachnotifiziert werden und kann voraussichtlich erst im kommenden Jahr in Kraft treten. Die Änderungen betreffen Verbesserungen bei dem Verfahren der Kastration und dem Erwerb der Sachkunde. Der Sachkundelehrgang soll nicht mehr nur sechs sondern zwölf Stunden umfassen. Die Schulung und die Praxisphase sollen unter Aufsicht und Anleitung eines Tierarztes erfolgen. Die sachkundige Person soll vor der Narkose auch die Narkosefähigkeit und die normale anatomische Beschaffenheit der Hoden prüfen. Narkosezwischenfälle sollen aufgezeichnet werden. In einer Entschließung wird die Bundesregierung zudem aufgefordert, nur die Anschaffung solcher Narkosegeräte zu fördern, die hinsichtlich Tierschutz und Anwenderschutz von unabhängiger Stelle geprüft wurden. Außerdem soll die Bundesregierung prüfen, ob die Betäubung von anderen Personen als Tierärzten mit dem Arzneimittelrecht vereinbar ist in Bezug auf die Abgabe der Arzneimittel durch Tierärzte. Letzteres hatte auch die BTK infrage gestellt.

Geregelt werden in der Verordnung neben Vorschriften zu den Narkosegeräten und dem Verfahren der Ferkelkastration insbesondere die Bestimmungen zum Sachkundenachweis als Bedingung für die Durchführung der Narkose. Voraussetzungen sind u. a. die Vollendung des 18. Lebensjahres, eine Fachausbildung, ein einschlägiges Studium oder eine mindestens zweijährige berufliche Erfahrung im Umgang mit Ferkeln. Für den Nachweis müssen ein theoretischer Lehrgang und eine Praxisphase mit anschließender Prüfung absolviert werden.

 

Entnommen aus DTBl 11/2019