Künstliche Intelligenz für mehr Tierwohl im Stall

Im Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg (LSZ) sind zahlreiche Daten zur Schweinehaltung vorhanden, die aber aufgrund einer fehlenden Vernetzung nicht für digitale Auswertungen genutzt werden können.

Landwirtschaft 4.0: Informationssystem für die Schweinehaltung

Wie die Universität Hohenheim mitteilte, soll dies in dem gemeinsamen Projekt „Landwirtschaft 4.0: Informationssystem für die Schweinehaltung“ geändert werden, das vom Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg mit 200 000,00 € gefördert wird. Wirtschaftsinformatiker der Universität führen in dem bereits laufenden Projekt diese Daten in einer digitalen Plattform zusammen, um sie so für die Analyse und das maschinelle Lernen verfügbar zu machen. Das soll neue Erkenntnisse zum Tierwohl ermöglichen und einer zukunftsfähigen Ausrichtung der Schweinehaltung zugutekommen. Eine Anwendung könnte das Schwanzbeißen bei Schweinen sein, das multifaktorielle Auslöser hat. Laut dem Wirtschaftsinformatiker und Teilprojektleiter Martin Riekert bietet die Tierhaltung Anwendungsfälle für maschinelle Lernverfahren, mit denen sich das Wohlergehen der Tiere und auch das betriebliche Management verbessern lassen. So haben die Forscher im Visier, wie gesundheitliche Risiken bei Ferkeln mittels maschineller Lernverfahren frühzeitig erkannt werden können. Denkbar wäre auch, im Rahmen eines Tierwohlmonitorings das Tierverhalten zu überwachen, um Stress frühzeitig zu erkennen. Ziel sei es, aus den Zusammenhängen Entscheidungshilfen und Prognosemodelle zu entwickeln, die dem Tierwohl, der Forschung und dem betriebsindividuellen Management zugutekommen.

 

Entnommen aus DTBl 11/2019