Kastenstandsregelungen entschieden

Am 03.07.2020 einigte sich der Bundesrat nach zweimaligen gescheiterten Anläufen doch noch auf eine Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung.

© Countrypixel – stock.adobe.com

Damit ist u. a. die Neuregelung der Sauenhaltung im Kastenstand beschlossene Sache. Der Beschluss trifft bei Tierschutzverbänden, die einen kompletten Ausstieg aus der Kastenstandhaltung fordern, auf Kritik. Auch in der Agrarbranche bestehen u. a. aus wirtschaftlicher Sicht Bedenken, allerdings wird begrüßt, dass nun die seit dem „Magdeburger Urteil“ bestehende Unsicherheit ein Ende habe. In einer Protokollerklärung stellt die Bundesregierung in Aussicht, die mit der Neuregelung verbundenen Umbauten finanziell zu fördern.

Mit Inkrafttreten der Verordnung wird nach einer Übergangsfrist von 8 Jahren die Fixation der Sauen im Deckzentrum nur noch für einen kurzen Zeitraum um den Zeitpunkt der Besamung zulässig sein. Außerhalb dieses Zeitraums müssen die Sauen mit festgelegten Bewegungs- und Liegeflächen in Gruppen gehalten werden.

Innerhalb der achtjährigen Übergangsfrist ist eine Haltung in vorhandenen Kastenständen unter der Voraussetzung erlaubt, dass jedes Schwein seine Gliedmaßen in Seitenlage ausstrecken kann, ohne dass dem ein bauliches Hindernis entgegensteht. Nach Ablauf der Übergangsfrist müssen die Kastenstände außerdem auf 2,20 m verlängert werden.

Im Abferkelbereich wird nach einer Übergangsfrist von 15 Jahren die Verweildauer im Ferkelkorb auf 5 Tage verkürzt und die Abferkelbuchten auf 6,5 m2 vergrößert.

 

 

Entnommen aus DTBl 8/2019