Jagdverband fordert Bekenntnis der Politik zur Fallenjagd

Der aus Nordamerika stammende Waschbär hat sich in nur wenigen Jahren in Deutschland rasant ausgebreitet. Vor diesem Hintergrund fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) ein klares Bekenntnis von Politik und Naturschutzlobby zur Fallenjagd, um die Vorgaben der EU für invasive Arten zu erfüllen.

© Steven Pavlov, CC BY S.A.

Der Verband wies darauf hin, dass die EU in der Liste für invasive Arten ein gezieltes Management fordere, u. a. auch für den Waschbären. Lebendfang und Abschuss würden die Experten dabei als probate Mittel empfehlen. Laut dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) seien 36 Prozent der erlegten Waschbären 2017 mit Fallen gefangen worden. Ohne die Fallenjagd sei die von EU-Seite geforderte effektive Reduzierung der Waschbärenbestände nicht möglich, betonte der DJV. Zudem brauche es bundeseinheitliche Standards für die Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten. Waschbären würden keine Ländergrenzen kennen; deshalb sollten Einschränkungen der Fallenjagd, z. B. das Komplettverbot in Berlin, generell aufgehoben werden. Dies gelte auch für Schonzeiten, etwa in Hessen. Der Elterntierschutz sei ausreichend, so der Jagdverband. Gut 56 Prozent der Jagdreviere hätten 2017 das Vorkommen von Waschbären gemeldet. Sehr häufig trete er im Osten Deutschlands auf. Besonders drastisch ist die Ausbreitung des Kleinbären laut DJV in Sachsen verlaufen. Von 2006 bis 2017 habe der Waschbär sein Areal dort um 345 Prozent erweitert.

 

Entnommen aus DTBl 2/2019