Immunokastration

Ein Plädoyer für die sog. Immunokastration kam Anfang August von der Tierärztlichen Vereinigung für den Tierschutz e. V. (TVT).

Auch die BTK präferiert die Immunokastration.

Untersuchungen belegten, dass diese für die Verbraucher völlig ungefährlich sei, betonte die TVT in einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Zudem gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Verbraucher das Fleisch von geimpften Tieren nicht akzeptierten. Wie die BTK lehnt auch die TVT den „4. Weg“ ab. Bei diesem komme es zu keiner ausreichenden Schmerzausschaltung. Es sei nach Ansicht der TVT zu erwarten, dass künftig eine große Zahl unzureichend betäubter Ferkel kastriert werde. Das wäre ein schwerer Verstoß gegen das Tierschutzrecht.

Die Tierschutzorganisation weist Klöckner zudem darauf hin, dass Tierrechtler bei einer Nutzung des „4. Wegs“ sicher nach kurzer Zeit illegal geschossene Bilder von Kastrationen liefern würden. Das würde nach Überzeugung der TVT rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen und zu einem weiteren, begründeten Imageverlust des Schweinefleischs führen. Vor diesem Hintergrund sollte die Ministerin jetzt die politischen Rahmenbedingungen für die Marktakzeptanz der Impfung schaffen.

Auch die BTK präferiert die Immunokastration. BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann hat das Thema „Ferkelkastration“ auch bei seinen Antrittsbesuchen bei Bundestagsabgeordneten angesprochen (DTBl. 08/2018) und darauf hingewiesen, dass der „4. Weg“ das Tor öffnet für Betäubungsmittelabgaben an Laien. Notfalls sollte die Frist zum Abstellen der betäubungslosen Kastration verlängert werden, anstatt mit einem nicht wissenschaftlich fundierten Schnellschuss den „4. Weg“ zuzulassen.

 

Entnommen aus DTBl 9/2018