Auswertung der Fallzahlen 2018

Illegaler Heimtierhandel in Deutschland

Der Deutsche Tierschutzbund erstellt jährlich auf Basis von Medienberichten und den Meldungen betroffener Tierheime eine Auswertung zu Fällen von illegalem Tierhandel in Deutschland. Wie im letzten Jahr (s. DTBl. 5/2019, S. 656 ff.) werden hier die Ergebnisse kurz zusammengefasst, diesmal für das Jahr 2018.

 

Abb. 1: Transportierte Hundewelpen nach der Beschlagnahmung. | © Tierschutzverein Stuttgart u. U. e. V.

Gewerblich transportierte Tiere, also alle Tiere, die in Deutschland ein anderer Eigentümer erwartet, müssen über das Trade Control and Expert System (TRACES) angemeldet werden. Dies gilt sowohl für Händler als auch Tierschutzvereine. Über dieses System werden also lediglich angemeldete, gewerbliche Transporte und keine privaten Transporte erfasst. Doch seit vielen Jahren existiert z. B. bei Hunden eine große Diskrepanz zwischen den registrierten, legalen und den tatsächlich transportierten Tieren [1].

Aufgedeckt werden Fälle des illegalen Heimtierhandels meist durch Transportkontrollen auf Autobahnen sowie durch Anzeigen von Verkäufen auf Online-Tierverkaufsportalen. Als „Fall“ wird ein Transport oder Handel mit ein oder mehreren Tieren bezeichnet. Beschlagnahmte Tiere werden überwiegend in die Obhut von Tierheimen gegeben, was für diese auch eine enorme finanzielle Belastung darstellt: Im Jahr 2018 sind den Tierheimen durchschnittlich 34,00 € pro Tier und Tag für die Unterbringung und Pflege eines Hundes oder einer Katze entstanden. Auch die Versorgung von illegal gehandelten kleinen Heimtieren und Vögeln kann schnell zur finanziellen Belastung werden (6,00 € pro Tier pro Tag).

 

Entnommen aus DTBl 9/2019