Auswertung bekannt gewordener Fälle aus dem Jahr 2019

Illegaler Heimtierhandel in Deutschland

Der Deutsche Tierschutzbund wertet jährlich die Fälle von illegalem Heimtierhandel aus, die ihm bekannt werden. Die Auswertung der Fälle aus dem Jahr 2019 wird hier kurz dargestellt, ergänzt durch einen Ausblick auf das Jahr 2020.

Abb. 1: Hundewelpen aus einem Transport in 2019. | © Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e. V.

Der illegale Handel mit Heimtieren ist seit Jahren regelmäßig in den Medien präsent. Er ist mit erheblichen Tierschutzproblemen verbunden und die Tierheime, die die betroffenen Tiere aufnehmen, werden vor große Herausforderungen gestellt.

Wissenschaftliche Auswertungen zum illegalen Heimtierhandel existieren kaum. Einzige Ausnahme: Eine Studie, die die EU-Kommission in Auftrag gegeben hatte [1]. Demnach wurden 2014 monatlich etwa 46 000 Hunde innerhalb der EU gehandelt.

Es muss grundsätzlich unterschieden werden, ob es sich um einen gewerblichen oder privaten Transport handelt. Gewerblich transportierte Tiere, also alle Tiere, die in Deutschland ein anderer Eigentümer erwartet, müssen über das Trade Control and Expert System (TRACES) angemeldet werden. Dazu sind sowohl Händler als auch Tierschutzvereine verpflichtet. Laut TRACES wurden im ganzen Jahr 2014 nur 20 779 Hunde gewerblich transportiert. Die Diskrepanz zwischen 20 779 im Jahr legal angemeldeten und den tatsächlich transportierten Hunden (ca. 46 000 monatlich [1]) ist sehr groß und lässt auf eine sehr hohe Dunkelziffer schließen.

Der Deutsche Tierschutzbund wertet jedes Jahr alle Fälle von illegalem Tierhandel in Deutschland aus, die ihm auf der Basis von Medienberichten und den Meldungen betroffener Tierheime bekannt werden.

 

Entnommen aus DTBl 3/2021