Geheimnis des „Bachforellen-Sterbens“ gelüftet

Einem interdisziplinären Team der Technischen Universität München (TUM) ist es jetzt gelungen, das mysteriöse „Proliverative Darkening Syndrome“, kurz PDS, aufzuklären: Dieses „Bachforellen-Sterben“ wird durch ein bisher unbekanntes Virus ausgelöst.

Leber einer Bachforelle mit Proliferative Darkening Syndrome (PDS) | © TUM/Lehrstuhl für Zoologie 

Mit modernsten Analysemethoden konnte das Forschungsteam der TUM nach 10-jähriger wissenschaftlicher Detektivarbeit zeigen, dass die PDS-Krankheit in drei Phasen verläuft: Zu Anfang wirken die Fische noch völlig gesund, später erkennt man Veränderungen der inneren Organe wie Leber und Nieren, in der dritten Phase färbt sich die Haut der Bachforellen dunkel, kurz darauf sterben die Tiere. Da dieser Verlauf auf eine Viruserkrankung hinwies, wurde mittels „Next Generation Technologies“ zunächst der Krankheitsverlauf der Fische auf der Ebene der Genantwort charakterisiert, um anschließend an Tieren mit ähnlicher Immunantwort die Nukleotid-Abfolge des enthaltenen Erbguts vom Fisch und möglichen Pathogenen zu bestimmen. Computerprogramme halfen, in diesem genetischen Datenberg das krankmachende Virus zu finden. Mithilfe von „Deep Bioinformatic Processing“ gelang es, Teile des genetischen Profils des Krankheitserregers zu identifizieren und mit den Profilen schon bekannter Viren zu vergleichen. Erweiterte, virusspezifische Sequenzierungen führten zur Bestimmung des Viren-Erbguts. Ergebnis: Bei dem Erreger, der das Bachforellen-Sterben auslöst, handelt es sich um einen Piscine Reovirus. Dieser ist verwandt mit dem, der Lachse im Nordatlantik und auch im Pazifik befällt und große wirtschaftliche Schäden verursacht.

 

Entnommen aus DTBl 1/2019