Digitalisierung und künstliche Intelligenz

Gefahr oder Chance für den tierärztlichen Beruf?

Welche Chancen Digitalisierung und künstliche Intelligenz der Veterinärmedizin bieten, wird hier erläutert.

Mittlere Vergrößerung eines kaninen Mastzelltumors | © Robert Klopfleisch

Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) sind Schlagworte, die beinahe täglich in der Presse auftreten. Sie werden dabei zumeist als Treiber einer sich stark verändernden Arbeits- und Lebensumwelt beschrieben. Die Konnotation der beiden Begriffe ist in Deutschland zumeist zweigeteilt. Zum einen werden die Chancen der neuen Technologien gesehen bzw. verpasste Chancen angemahnt, wenn die heimische Wirtschaft und Verwaltung den Anschluss bei diesen Technologien im Vergleich zu anderen Weltregionen verpassen könnte. Zum anderen werden die Entwicklungen im Bereich KI sehr kritisch betrachtet, da befürchtet wird, dass menschliche Arbeitsplätze verloren gehen oder gar die Freiheit des menschlichen Willens durch übermächtige Computeralgorithmen eingeschränkt wird. In anderen Ländern, wie der Volksrepublik China, werden die Möglichkeiten der KI hingegen viel positiver, ja fast euphorisch angenommen und als Lösung zahlreicher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Probleme angesehen.

Der tierärztliche Beruf setzt sich bereits mit diesen Entwicklungen auseinander bzw. wird dies in erkennbarer Zukunft in zunehmendem Maße tun müssen. Aber sind es nun Chancen oder Gefahren, die diese Entwicklung den Tierärzten in den Bereichen Diagnostik und Therapie bieten? Wird die Qualität unserer Dienstleistung dadurch verbessert oder darunter leiden? Werden Computeralgorithmen die tierärztliche Tätigkeit in der Zukunft nicht nur unterstützen, sondern vollständig übernehmen und somit Arbeitsplätze und Einkommensquellen abschaffen?

 

Entnommen aus DTBl 8/2018