FVE kämpft gegen die Verwendung von Anästhetika durch Nicht-Tierärzte

In einem kürzlich veröffentlichten Positionspapier fordert die Federation of Veterinarians of Europe (FVE) den Gesetzgeber auf, den Zugang zu systemisch sowie lokal wirksamen Anästhetika strikt zu regulieren und die Anwendung dieser Arzneimittel ausschließlich in tierärztlicher Hand zu belassen.

Positionspapier der FVE

Hintergrund ist, dass immer mehr Länder den Einsatz von Anästhetika beim Tier durch Personen ohne tierärztliche Ausbildung zulassen. So ist es, z. B. bei der Ferkelkastration dem Landwirt erlaubt, Isofluran per Inhalation anzuwenden (Deutschland, Schweiz) bzw. Lidocain intraskrotal zu applizieren (Schweden). Auch kommt es laut FVE in Tierheimen und Wildtierreservaten dazu, dass nicht dafür qualifiziertes Personal Anästhetika, z. B. im Zuge einer Sedation oder Euthanasie, am Tier anwendet. Die FVE sieht diese Entwicklung aufgrund der fehlenden Fachkenntnisse der Anwender höchst kritisch und betont die Gefahr für den Schutz der Tiere, des Operateurs sowie, in einigen Fällen, der Umwelt.

 

Entnommen aus DTBl 10/2020