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Fleischproduktion in Deutschland schrumpft weiter

In Deutschland hat sich im vergangenen Jahr der Rückgang der Fleischproduktion weiter beschleunigt. Wie aus der vorläufigen Fleischbilanz der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hervorgeht, lag 2019 die Bruttoeigenerzeugung der Tierhalter 2,3 Prozent niedriger als im Jahr 2018. Gleichzeitig wurden mehr importierte Tiere an den Schlachthöfen verarbeitet.

Großmarkt Rungis | © CC_BY_SA 3.0

Die bisherige Rekordfleischproduktion datiert aus dem Jahr 2016, seitdem hat v. a. die Schweinefleischerzeugung kontinuierlich an Bedeutung eingebüßt. Die Nettoschweinefleischerzeugung nahm 2019 gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent ab.

Bei Rindfleisch war die Erzeugung hingegen leicht steigend. Die Produktion in den Schlachthöfen lag 2019 um 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Beim Geflügelfleisch nahm die Nettoerzeugung im vergangenen Jahr gegenüber 2018 um eine vergleichbare Rate zu.

Parallel zur Fleischproduktion in Deutschland ist zuletzt auch der Gesamtverbrauch gesunken. Dieser Rückgang resultierte im Wesentlichen aus einem rückläufigen Pro-Kopf-Verzehr, der 2019 gegenüber dem Jahr davor um 2,6 Prozent auf 59,5 kg schrumpfte. Dies ist in erster Linie dem stark rückläufigen Konsum von Schweinefleisch geschuldet. Der Konsum von Rind- und Kalbfleisch ist 2019 im Vergleich zu 2018 etwas gestiegen, der von Geflügelfleisch stagnierte.

Aufgrund der parallel zum Verbrauch schrumpfenden Erzeugung änderte sich bei der Gesamtbetrachtung des Fleischmarktes der Selbstversorgungsgrad von 2018 auf 2019 nur marginal auf 114,4 Prozent. Zuletzt wies nur Schweinefleisch mit 120,1 Prozent eine Bruttoeigenerzeugung auf, die den heimischen Verbrauch deutlich übertraf. Bei Geflügelfleisch lag die Eigenversorgung 2019 laut BLE mit 94,9 Prozent zum zweiten Mal in Folge unter der 100-Prozent-Marke. Bei Schaf- und Ziegenfleisch war das stärkste Defizit bei der Eigenversorgung mit lediglich 38,0 Prozent zu verzeichnen.

Der Import lebender Tiere war im vergangenen Jahr – wie in allen Jahren seit 2003 – höher als der Export. Insbesondere der geringere Verkauf von Schlacht- und Nutzschweinen ins Ausland resultierte 2019 über alle Tierarten hinweg in einer Abnahme der Lebendausfuhren gegenüber 2018 um 2,2 Prozent. Der Lebendexport von Rindern verringerte sich im Jahresvergleich nur marginal. Andererseits erhöhten sich die Geflügelexporte um 0,8 Prozent.

Deutlich zugelegt hat zuletzt die deutsche Einfuhr von Lebendtieren. Im vergangenen Jahr wurden laut BLE über alle Tierarten hinweg 2,9 Prozent mehr Tiere importiert als 2018. Schweine bleiben mit Abstand die bedeutendste importierte Nutztierart, gefolgt von Geflügel.

 

Entnommen aus DTBl 5/2020