Entscheidung des EU-Parlaments zum Antibiotikavorbehalt für die Humanmedizin

Die Tierärzteschaft hat sich in den letzten Wochen vehement gegen einen Antrag des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) im EU-Parlament eingesetzt, mit dem zahlreiche für die Veterinärmedizin essenzielle Antibiotikaklassen weggefallen wären.

Europäisches Parlament, Straßburg | Foto: David Iliff, CC BY SA 3.0

Der Antrag zielte darauf ab, den Verordnungsentwurf zum Thema „Antibiotikavorbehalt für die Humanmedizin“ abzulehnen, der auf einer wissenschaftlichen Einordnung der Antibiotikaresistenzsituation basiert.

Sehr zur Erleichterung der Bundestierärztekammer (BTK) stimmten die Mitglieder des EU-Parlaments am 15.09.2021 gegen den Antrag aus dem ENVI-Ausschuss und damit für den Entwurf der delegierten Verordnung der Kommission (DEA 2021/2718) über „Kriterien zur Identifizierung von antimikrobiellen Arzneimitteln, die für die Behandlung von Menschen vorbehalten sind“. Damit kann nun unter Berücksichtigung des „One-Health“-Ansatzes eine Liste mit für den Menschen reservierten Antibiotikaklassen erstellt werden, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Human- und Veterinärmedizin basiert.

In einer Pressemeldung betont BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann, dass insbesondere die Tierärzteschaft in den vergangenen Jahren bereits zu einer deutlichen Reduktion des Antibiotikaeinsatzes beigetragen habe. Außerdem appelliert Tiedemann an alle Tierärzt:innen, auch weiterhin Umsicht und Vernunft bei der Anwendung dieser wichtigen Substanzen walten zu lassen. Nur so könne gewährleistet werden, dass auch zukünftig, im Sinne des Tierschutzes sowie einer erfolgreichen Zoonose-Prävention, Menschen und Tiere eine zielgerichtete Therapie mit Aussicht auf Erfolg erhalten können.

 

Entnommen aus DTBl 10/2021