Endlich Schluss mit Brandkennzeichnung

In einer Pressemitteilung machte die BTK zum Weltpferdetag am 20. August auf ein immer noch bestehendes Tierschutzproblem aufmerksam und forderte die Zuchtverbände auf, auf den Schenkelbrand zu verzichten.

„Branding“ | © Borsi112 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Dieses „Branding“ verursacht bei den Fohlen Verbrennungen 3. Grades, die erhebliche Schmerzen und einen bleibenden Schaden verursachen. Und das, obwohl dieses Verfahren gar nicht mehr notwendig ist. Denn seit 2009 gibt es die EU-weite Kennzeichnungspflicht mit Mikrochip, die eine weitere Kennzeichnung durch Brandzeichen völlig überflüssig macht. Das Brandzeichen der Pferdezuchtverbände stellt zudem keine individuelle Kennzeichnung zur Identifizierung des Einzeltieres dar, sondern dient in erster Linie dem Werbezweck der Zuchtverbände. § 3 Nr. 6 Tierschutzgesetz (TierSchG) verbietet, Tiere zur Werbung heranzuziehen, sofern damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind. Ab dem 01.01.2019 gilt für diesen unnötigen Eingriff zumindest die Betäubungspflicht. Aber damit ist es nicht getan, denn die Pferde erleiden nicht nur beim Brennvorgang erhebliche Schmerzen, sondern auch in den Wochen danach hält der Verbrennungsschmerz an. Hinzu kommt, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine geeignete und praxistaugliche Methode für eine Lokalanästhesie beim Schenkelbrand gibt.

Die BTK positioniert sich schon seit Jahren klar gegen den Schenkelbrand mit der einzig folgerichtigen Forderung zur Änderung des Tierschutzgesetzes: Verbot des Heiß- und Kaltbrands zur Kennzeichnung von Tieren! (Aufnahme des Verbotstatbestands in § 3 und Streichung von § 6 [1] Nr. 1b TierSchG). Die Kennzeichnung von neugeborenen Equiden mittels Transponder ist durch die EU-Verordnung (EG) 504/2008 vorgeschrieben und steht auch für ältere Pferde zur Verfügung. Es gibt also keinen Grund mehr für die Kennzeichnung durch Schenkelbrand.

 

Entnommen aus DTBl 9/2018