Endgültig grünes Licht für die Isoflurannarkose

Die Aufhebung des Tierarztvorbehalts für die Betäubung bei der Ferkelkastration ist endgültig in trockenen Tüchern.

Das Bundeskabinett hat die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung mit den vom Bundesrat verlangten Änderungen beschlossen.

Die Verordnung, die den Weg frei machen soll für die Kastration unter Isoflurannarkose durchgeführt von geschulten Landwirten, ist am 17.01.2020 unter Berücksichtigung aller Entschließungsanträge des Bundesrats in Kraft getreten.

Erwartungen, mit der Kastration unter Lokalanästhesie als „4. Weg“ könnte künftig noch eine weitere Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration zur Verfügung stehen, trat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner entgegen. Für eine dafür notwendige Änderung des Tierschutzgesetzes gebe es keine Aussicht auf eine parlamentarische Mehrheit, sagte Klöckner in der Fragestunde des Verbands Deutscher Agrarjournalisten (VDAJ). Voraussetzung für die Lokalanästhesie wäre es der Ministerin zufolge, die derzeit vorgeschriebene „Schmerzausschaltung“ bei der Kastration durch „Schmerzlinderung“ zu ersetzen. Dies sei politisch unrealistisch. Der Bundestag hatte Ende 2018 nach zähem Ringen eine 2-jährige Verlängerung der Übergangsfrist für die betäubungslose Ferkelkastration beschlossen. Sie endet am 31.12.2020.

Beachten Sie zu diesem Thema auch den Beitrag ab S. 194 in diesem Heft!

 

Entnommen aus DTBl 2/2020