Aufgaben, Tätigkeiten und Projekte

DVG-Konsiliarlabor für Leptospira spp.

Am 01.07.2018 wurde die IVD Gesellschaft für Innovative Veterinärdiagnostik mbH (IVD GmbH) von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) zum Konsiliarlabor für Leptospira spp. ernannt, das hier vorgestellt wird.

Beurteilung von MAT-Reaktionen in den Wells einer Mikrotiterplatte mit dem Dunkelfeldmikroskop | © IVD 2019

Als klassische Zoonoseerreger können Leptospiren prinzipiell jedes Säugetier infizieren. Die meisten Infektionen bei Mensch und Tier verlaufen aber subklinisch und bleiben deshalb oft unbemerkt. Dennoch kann es je nach betroffener Tierart, Reservoirwirt und Serovar (wirtsadaptiert oder nicht) bzw. Umweltfaktoren auch zu schwerwiegenden Erkrankungen (Leptospirosen) mit einer Vielzahl an beteiligten Organsystemen kommen. In Deutschland wurden seit dem Jahr 2000 jährlich zwischen 37 und 166 humane Leptospirosefälle an das Robert Koch-Institut übermittelt [1]. Aufgrund der häufig unspezifischen klinischen Symptomatik der Leptospirose kann man jedoch von einer deutlichen Dunkelziffer ausgehen. Als meldepflichtige Tierkrankheit werden pro Jahr durchschnittlich 98 Leptospirosefälle an das Friedrich-Loeffler-Institut gemeldet [2]. Im Vergleich dazu wurde bei Schweinen in Deutschland eine durchschnittliche Antikörperprävalenz von 20,2 Prozent festgestellt [3].

Nach Abwägung aller Indikatoren sollte man in der tierärztlichen Praxis eine Leptospireninfektion zumindest in Betracht ziehen. Zum Ausschluss oder bei Erhärtung eines Verdachts stehen gute diagnostische Möglichkeiten zur Klärung zur Verfügung.

 

Entnommen aus DTBl 7/2019