DVG-Konsiliarlaboratorien für methicillinresistente Staphylokokken und für ESBL bildende Enterobacteriaceae in der tierärztlichen Praxis und Klinik

Doppelpack für die Gesundheit von kleinen Haustieren und Pferden

Das Institut für Mikrobiologie und Tier‧seuchen (IMT) des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin ist seit dem 01.02.2016 DVG-Konsiliarlabor sowohl für Methicillin-resistente Staphylokokken als auch ESBL-bildende Enterobacteriaceae in der tierärztlichen Praxis und Klinik mit Schwerpunkt auf kleinen Haustieren und Pferden.

Abb. 1: Bedeutung des Nachweises einer Methicillin-Resistenz für den Einsatz von β-Laktamen in der Therapie von Infektionen mit Staphylokokken bei Tieren.

Sowohl methicillinresistente Staphylokokken als auch ESBL bildende Enterobacteriaceae und ihre Verbreitung in tiermedizinischen Einrichtungen stellen eine Herausforderung für Kleintier- und Pferdemediziner dar, die mittlerweile globale Aufmerksamkeit erfahren hat. Die Tatsache, dass Hunde, Katzen und Pferde mit diesen Bakterien kolonisiert sein können und diese Erreger in tiermedizinischen Einrichtungen vorkommen und sich dort verbreiten können, wurde bereits vielfach beschrieben [1, 2, 3]. Zudem steigt die Anzahl von nosokomialen bzw. Krankenhaus-assoziierten Infektionen in der Veterinärmedizin, die nicht selten mit diesen Bakterien assoziiert sind.

Sie weisen häufig vielfältige Resistenzdeterminanten auf, die vermutlich aufgrund des Einsatzes von antimikrobiell wirkenden Substanzen in medizinischen Einrichtungen einen Selektionsvorteil darstellen [4]. Vorrangig manifestieren sich nosokomiale Infektionen als Wund-, Harnwegs- und Blutstrominfektionen. Seltener treten sie als infektiöse Diarrhoen und Pneumonien auf [5]. Problematisch auch im Hinblick auf die öffentliche Gesundheit ist dabei, dass die meisten Bakterien, die nosokomiale Infektionen verursachen, leicht zwischen Mensch und Tier übertragbar sind und damit nicht nur eine ernsthafte Gefahr für andere Patienten, sondern auch für das veterinärmedizinische Personal und die Tierbesitzer darstellen [1, 6, 7].

Für die Verbesserung von Präventionsstrategien ist daher ein wichtiges Ziel der Konsiliarlaboratorien, zur Vermeidung der Verbreitung von zoonotischen, antibiotikaresistenten Bakterien in veterinärmedizinischen Kliniken und Praxen sowie der Transmission zwischen Tieren und Menschen beizutragen.

 

Entnommen aus DTBl 11/2020