Eine Erfolgsgeschichte

Die Konsiliarlaboratorien der DVG

Am 01.02.2016 ernannte die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) ihre ersten Konsiliarlaboratorien. Diesen Ernennungen ging eine längere Entwicklung ‧voraus, die wir hier kurz wiedergeben möchten.

Die Kommission zur Einrichtung von Konsiliarlaboratorien bei ihrer konstituierenden Sitzung im Oktober 2014 in Berlin | © DVG

Der Grundgedanke

Die Idee, Konsiliarlaboratorien zu etablieren, geht auf eine Initiative von Lothar H. Wieler zurück, der als langjähriger Universitätprofessor und Vorsitzender der Fachgruppe „Bakteriologie und Mykologie“ der DVG sowie Delegierter der DVG dieses Vorhaben über mehrere Jahre mit den Vorständen der DVG diskutierte. Die wesentlichen Argumente für diese Labore liegen in einer notwendigen Qualitätssicherung der mikrobiologischen Diagnostik sowie einer stärkeren Einbeziehung auch universitärer Fachexpertise in die Etablierung und Qualitätssicherung dieser für unseren Berufsstand so wichtigen mikrobiologischen Tätigkeit. Unabhängig davon wird die Qualitätssicherung auch durch die Pflicht gewährleistet, In-vitro-Diagnostika für bestimmte Erreger durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zuzulassen.

Selbstverständlich sind alle Nationalen Referenzlabore für nach Tierseuchenrecht gemaßregelte Tierseuchen, die am FLI angesiedelt sind, sowie alle nach Lebensmittelrecht relevanten Erreger im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit sowie Lebensmittelhygiene, die am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) angesiedelt sind, qualitätsgesichert. Aber neben diesen rechtlich benannten Infektionserregern spielen auch spezielle Erreger, die nicht rechtlich verankert sind, für die Tiergesundheit und das öffentliche Gesundheitswesen eine große Rolle. Zudem darf nicht vergessen werden, dass auch außerhalb von Bundesinstitutionen Wissenschaftler mit hoher Fachexpertise für bestimmte Infektionskrankheiten arbeiten. Da der tierärztliche Berufsstand von überschaubarer Größe ist, muss die DVG das Ziel verfolgen, die kompetenten Köpfe bestmöglich in ihre Entscheidungen einzubinden, da dürfen gesetzliche Vorgaben keine Barrieren bilden.

 

Entnommen aus DTBl 5/2020