Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin informiert

Die aktualisierten Impfleitlinien für Kleintiere und Pferde

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) wurde ursprünglich vom Bundesverband praktizierender Tierärzte e. V. ins Leben gerufen, um Tierärzten fachlich unabhängig und wissenschaftlich fundiert Leitlinien zur Impfung von Tieren an die Hand zu geben. In mehreren Auflagen erschienen bisher die Impfleitlinien für Kleintiere und Pferde.

Die aktuellen Leitlinien zur Impfung von Kleintieren und von Pferden

Mit der Novellierung des Tiergesundheitsgesetzes wurde beschlossen, das Gremium gesetzlich zu verankern und am Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), anzusiedeln. Mit der konstituierenden Sitzung der neuen StIKo Vet am 01.12.2015 auf der Insel Riems ging die Verantwortung für die Aktualisierung und Herausgabe der Impfleitlinien einvernehmlich auf das neue Gremium über. Die kürzlich vorgelegten aktualisierten Auflagen der Impfleitlinien bauen wesentlich auf den früheren Leitlinien auf.

Wie gehabt, stehen die Leitlinien unter dem Motto „Mehr Tiere impfen, das einzelne Tier so häufig wie nötig!“ Die Notwendigkeit von Impfungen ist unbestritten. Die Impfung ist eine sehr wirkungsvolle und schonende Methode, um bestimmte Infektionskrankheiten zu verhindern. Sie trägt dazu bei, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Haustiere zu fördern und ist ein aktiver Beitrag zu einem umfassenden Tierschutz. Als hilfreich für die Strukturierung von Impfungen hat sich das Konzept bewährt, die zu impfenden Komponenten in Core-Komponenten und Non-Core-Komponenten zu unterteilen. Dabei stellen Core-Komponenten jene dar, gegen die ein jedes Tier zu jeder Zeit geschützt sein muss. Dies ist notwendig, da diese Erreger entweder zoonotischen Charakter haben und den Tierbesitzer gefährden, wie die Leptospirose, oder bei den Tieren selbst lebensbedrohende Krankheiten verursachen, wie die Staupe oder die Parvovirose. Die Non-Core-Komponenten sind nicht für jedes Tier zu jeder Zeit gleichbedeutend. Ein Schutz gegen diese Erreger ist nur für exponierte Tiere notwendig.

 

Entnommen aus DTBL 4/2017