Rezensionen

Der Wagen – Erzählungen

Wir kennen den Tierarzt und Ministerpräsidenten Dr. Berndt Seite als den Lyriker mit einer besonderen Gabe. Er vermag es, Natur und Leben, Landschaften und Begebenheiten auf sehr eigenwillige, fesselnde und oft überraschende Art zu neuen Bildern und Horizonten zu formen.

Der zart besaitete Leser sollte gewarnt sein.

Wir kennen den Tierarzt und Ministerpräsidenten Dr. Berndt Seite als den Lyriker mit einer besonderen Gabe. Er vermag es, Natur und Leben, Landschaften und Begebenheiten auf sehr eigenwillige, fesselnde und oft überraschende Art zu neuen Bildern und Horizonten zu formen. In seinen Prosatexten erkennen wir diese Fähigkeit wieder. Nicht zum ersten Mal. Der zart besaitete Leser sollte aber gewarnt sein. Die Entdeckung des alten Heinrich Grigoleit in der Erzählung „Der Wagen“ erinnert daran, dass auch heute, an jedem Tag irgendwo, auch in Europa und dessen Nachbarschaft, derartiges Unheil geschieht. Auch die Erzählung „Noah“ kann als eine Geschichte einer Flucht gelten. Vordergründig. Im Alten Testament wird sie als eine Rettung der Schöpfung vor der geplanten Vernichtung erzählt. Der Autor erzählt uns die Geschichte auf überraschende Weise neu. Die Korrektur der Schöpfung erweist sich als misslungen. Das Böse bleibt in der Welt. So erlebt es auch der Wissenschaftler nach seiner spektakulären Heimkehr aus der Vergangenheit. Dem Leser bleibt die Hoffnung. Eine Hoffnung für jene, die der sanften Evolution mehr vertrauen als IHM.

Berndt Seite
Der Wagen – Erzählungen
Bertuch-Verlag, Weimar, 2021, 176 S., 20,00 €, ISBN: 978-3-86397-157-1

Dr. Peter Bretschneider, Röntgental

 

Entnommen aus DTBl 10/2021