Gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2019

Das Wollschwein

Mit dem Wollschwein steht im Jahr 2019 eine Nutztierrasse im Mittelpunkt, die auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH) in der Kategorie „Rassen aus anderen Ländern“ aufgeführt ist.

Blondes Wollschwein mit Ferkeln. | © Repin (GEH)

Das Wollschwein ist eine der ältesten, rein erhaltenen Schweinerassen Europas. Seinen Ursprung hat es auf dem Balkan, v. a. in Ungarn. Bis in die 1950er-Jahre war es als Speckschwein weit verbreitet. Eben dieser üppige Speck war es, der die Rasse dann, aufgrund veränderter Essgewohnheiten (hin zu mehr magerem Fleisch), an den Rand der Ausrottung drängte. Im Jahr 1993 gab es im Ursprungsland Ungarn weniger als 200 Tiere.

Das einst in Ungarn millionenfach gehaltene Wollschwein wurde von den 1960er-Jahren an kaum noch nachgefragt und entsprechend auch nicht mehr gezüchtet. Gerettet werden konnte es durch die in den 1970er-Jahren gegründeten staatlichen Genbanken in Ungarn. Die genetische Nähe des Wollschweins zum schwarzen Iberico-Schwein löste eine hohe Nachfrage nach Wollschweinschinken für die Produktion hochwertiger spanischer Schinkenprodukte der Spitzenklasse aus und war der Durchbruch zur Rettung der Wollschweine.

 

Entnommen aus DTBl 8/2019