Rezensionen

Das Pferd – an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst. Ein unvollständiges Manuskript

Der emeritierte Universitätsprofessor für Veterinäranatomie, Horst Erich König, gibt zusammen mit der promovierten Veterinärmedizinerin und Künstlerin Eva Polsterer dieses Buch heraus. Als Mitautorin für dieses Werk konnte das Autorenteam die promovierte Kunsthistorikerin Natalie Gutgesell gewinnen.

Dem Verlag und den Autoren ist eine möglichst weite Verbreitung des Werks gewünscht.

Der Untertitel – „Ein unvollständiges Manuskript“ – wird als Herausforderung verstanden, um Kolleginnen und Kollegen sowie kunstinteressierte Pferdeliebhaber anzuregen, sich auch mit diesem weiten Themenkreis zu befassen. Zwischen Mensch und Pferd besteht seit Urzeiten eine besondere Beziehung, die sich seit Jahrtausenden in der Verehrung dieser Tiere auch in der Wissenschaft und der Kunst niederschlägt. Die Schönheit und Klugheit dieser edlen Tiere beeindruckten schon immer die Menschheit. Beginnend mit den steinzeitlichen Höhlenmalereien lässt sich in diesem Buch ein breiter Bogen spannen über die Skizzen von Leonardo da Vinci, Andreas Vesalius und Carlo Ruini bis hin zu den großartigen historischen Reiterdenkmälern des Altertums und der Neuzeit und Pferdeporträts, in den unzähligen Schriften, Bildern und Skulpturen in aller Welt.

Das veterinäranatomisch-künstlerische Autorenteam schlägt mit diesem Buch völlig neue Gesichtspunkte der Darstellung ein, sie präsentiert in einer erstmaligen Form die Zusammenschau von Kunst und Wissenschaft von der frühen Domestikation des Pferdes bis hin zur künstlerischen Wiedergabe in Malerei, Skulptur und Denkmalkunst sowie Alltagsleben unserer Zeit.

Die Künstlerin Eva Polsterer nähert sich der Pferdeskulptur auf einzigartige Weise, indem sie im wahrsten Sinne dabei „unter die Haut geht“. Sogar Goethe, Dichter und Anatom, der auf seiner Italienreise in Venedig die Quadriga von San Marco betrachtete, hätte sich gefreut, das Kunstwerk so sehen zu dürfen.

Die Entwicklungsgeschichte des Pferdes sowie seine Dienste, die sich der Mensch nutzbar machte, wurden schon oft beschrieben. Seine Darstellung in Bild und Skulptur werden in diesem Buch unter einem neuen Aspekt beleuchtet und dürften nicht nur für Tiermediziner, sondern auch für Pferdeliebhaber und Künstler von Interesse sein.

Durch das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis, in Anbetracht der vielen Farbbilder und der eigens dafür angefertigten Zeichnungen und kolorierten Bilder, empfiehlt sich das Buch von selbst. Dem Verlag und den Autoren ist eine möglichst weite Verbreitung des Werks gewünscht.

Horst Erich König und Eva Polsterer (Hrsg.)
Das Pferd – an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst. Ein unvollständiges Manuskript
Cuvillier Verlag Göttingen, 2021, 266 S., 205 Abb., die meisten in Farbe, 89,00 €, ISBN: 978-3-7369-7393-0

H.-G. Liebich, München

 

Entnommen aus DTBl 10/2021