Ein Tierarzneimittel erschüttert einen subkontinentalen Kulturkreis

Das durch Diclofenac verursachte Geiersterben in Indien

In den 1990er-Jahren setzte auf dem indischen Subkontinent ein Geiersterben ein, das in Verlauf und Globalität zu den spektakulärsten jemals verzeichneten Geschehen dieser Art gehört [1].

Bengalgeier (Gyps bengalensis) dürften künftig nicht mehr die einst weite Verbreitung und Siedlungsdichte erreichen. | © Foto: Dieter Haas

Die in der Region als Brutvögel vertretenen Geier der Gattung Gyps, d. h. Indien-, Bengal- und Dünnschnabelgeier (Gyps indicus, G. bengalensis und G. teniurostris, (Abb. 1), starben in rund einem Jahrzehnt nahezu aus, wobei der Bengalgeier – einst weltweit der häufigste große Greifvogel – mit einem Rückgang um 99,9 Prozent am stärksten betroffen war. Diese drei Arten gelten heute als Critically Endangered, d. h. stark bedroht [2, 3 etc.].

 

Entnommen aus DTBL 03/2017