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Bund will mehr Fairness in der Lebensmittelkette

Gemeinsam mit dem Handel und den Zwischenstufen will die Bundesregierung mehr Fairness in die Lebensmittelkette bringen.

NCI Visuals/Wikimedia Public Domain

Zentrales Ergebnis des Spitzengesprächs, zu dem Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eingeladen hatten, ist eine stärkere Regulierung von unfairen Handelspraktiken. Dazu soll die Europäische Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP) zügig umgesetzt sowie eine Meldestelle für unlautere Handelspraktiken und Dumpingpreise eingerichtet werden. Geplant sind auch weitere Arbeitstreffen von Vertretern der Landwirtschaft und des Handels unter Federführung des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Merkel und Klöckner betonten zum Auftakt des „Ernährungsgipfels“ die Verantwortung des Handels bei der Preisgestaltung und Dumpingangeboten von Lebensmitteln. Dauerhafte Tiefstpreise für manche Lebensmittel, mit denen Kunden in die Läden gelockt würden, seien „ein fatales Signal“ für die Wertschätzung von Lebensmitteln. Merkel stellte klar, dass die Politik sich auch in Zukunft aus der Preisfindung heraushalten werde. Keinesfalls gehe es darum, Mindestpreise für Lebensmittel im Handel „aufzuoktroyieren“. Ziel seien vielmehr faire Beziehungen zwischen den Akteuren vom Erzeuger über Verarbeiter und Lebensmittelwirtschaft bis hin zum Einzelhandel. Nach Klöckners Verständnis muss es künftig gewährleistet sein, dass erhöhte Lieferanforderungen für die Landwirtschaft ihren Niederschlag auch in erhöhten Erzeugerpreisen finden. Sie forderte zudem eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel, auch um die Umsetzung einer tierwohlgerechteren und nachhaltigeren Lebensmittelproduktion zu unterstützen.

Aus der Politik und von Branchenverbänden kam nahezu unisono die Forderung nach faireren Bedingungen für die Erzeuger.

 

Entnommen aus DTBl 3/2020