BTK empört über die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung

Den von der Bundesregierung zur Notifizierung in Brüssel eingereichten finalen Entwurf der Ferkelbetäubungssachkundeverordnung (FerkBetSachkV) hat die Bundestierärztekammer (BTK) in einer aktuellen Pressemitteilung deutlich kritisiert.

Ein vernünftiger Grund, an der chirurgischen Kastration festzuhalten, existiert nicht mehr.

Darin empört sich die BTK, dass das Staatsziel „Tierschutz“ für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) offensichtlich keine Rolle spielt und fragt sich, ob der Tierschutz in diesem Ministerium noch richtig aufgehoben ist. Schließlich würde in Abwägungsprozessen zu Ungunsten der Tiere entschieden und das, obwohl die Aufnahme der Staatszielbestimmung „Tierschutz“ 2002 als großer Erfolg gefeiert worden war und diverse Erkenntnisse für einen tierschutzgerechten Ausstieg aus der betäubungslosen, chirurgischen Kastration von Ferkeln sprechen würden.

Mit der Verordnung soll Landwirten nach Absolvierung eines Sachkunde-Tageskurses und anderen sachkundigen Personen ermöglicht werden, die Isoflurannarkose bei der Ferkelkastration selbst durchzuführen.

Unter dem Gesichtspunkt des Schutzes der Tiere vor vermeidbaren Schmerzen ist eine operative Entfernung der Hoden bei Ferkeln unter Betäubung nach BTK-Meinung aber nicht mehr vertretbar. Den Ebergeruch im Fleisch sicher zu vermeiden, kann auch mit anderen Methoden erreicht werden, ein vernünftiger Grund, an der chirurgischen Kastration festzuhalten, existiert also nicht mehr. Darüber hinaus ist eine Ferkelkastration mit dem ethischen Anspruch des Tierschutzgesetzes unvereinbar.

Aus der Tierärzteschaft erreichte die BTK bisher ein positives Feedback auf diese klare Positionierung. Lediglich das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt wirkte in seiner Berichterstattung angegriffen.

Die Pressemeldung ist abrufbar unter: www.bundestieraerztekammer.de/presse/pressemitteilungen/

 

Entnommen aus DTBl 6/2019